Kinopreis des Kinematheksverbundes

Der Kinopreis des Kinematheksverbundes wird seit 1999 jedes Jahr vom Kinematheksverbund im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) an die kommunalen und nichtgewerblichen Kinos vergeben.
Die Preisverleihung des 20. Kinopreises des Kinematheksverbundes für das Programmjahr 2018 fand am 25. Oktober 2019 in der Deutschen Kinemathek in Berlin statt.

 

Der Kinopreis 2019

Die Jury zeichnet in diesem Jahr Kinos und ihre Programmacher*innen aus den Städten Berlin, Bremen, Celle, Frankfurt, Freiburg, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Köln, Konstanz, Leverkusen, Mannheim, Marburg, Nürnberg, Pforzheim, Rendsburg, Saarbrücken, St.Ingbert, Weiterstadt und Wiesbaden aus. In Deutschland gibt es nach wie vor ein dichtes Netz von Kinos, die für eine vitale Filmkultur sorgen und kenntnisreich die Geschichte des Films lebendig halten – obwohl nicht alle von ihnen eine kommunale Förderung erhalten. Das Spektrum der prämierten Spielstätten ist breit und reicht vom Zeughauskino in Berlin – einer der renommiertesten Spielstätten Deutschlands mit einem Programm von Weltruf – bis zur Initiative achteinhalb in Celle, dessen Verantwortliche ehrenamtlich Kinokultur in die Provinz bringen. Alle ausgezeichneten Kinos stehen für die Diversität im Film. Ihre Programme sind international und präsentieren Werke der gesamten Filmgeschichte. Die Menschen hinter den Kinos sind „Überzeugungstäter*innen“, die die Lust verbindet, neben Klassikern immer wieder auch unbekannte Filmperlen auszugraben. Filmvermittlung wird dabei groß geschrieben: Die Zuschauer*innen erhalten die Möglichkeit, die Filme in breiterem Kontext zu rezipieren – durch Filmgespräche, Filmreihen, Festivals oder performative Events.

Lotte-Eisner-Preis 2019

 
Der Lotte-Eisner-Preis wird für herausragende Programmarbeit ausgelobt, die Maßstäbe setzt und eine Auseinandersetzung mit der Filmgeschichte und ihren Präsentationsformen ermöglicht. Der diesjährige Preisträger, das B-Movie in Hamburg, stellt seit vielen Jahren historisches und Gegenwartskino nebeneinander, macht die Vielfalt des Mediums sichtbar und versteht Kino als politischen Raum.
 

Die Preisträger-Kinos 2019

 

Kategorie „Kino, das zurückblickt“

 
Erster Preis (2.000 Euro)
Zeughauskino, Berlin
 
Zweite Preise (jeweils 1.000 Euro)
Kino des DFF –Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt/Main
Filmclub 813, Köln
Filmhaus, Nürnberg
Caligari FilmBühne, Wiesbaden
 

Kategorie „Kino, das bildet“

 
Erster Preis (2.000 Euro)
Kommunales Kino in der VHS Leverkusen, Leverkusen
 
Zweite Preise (jeweils 1.000 Euro)
Karlstorkino/Medienforum, Heidelberg
Kommunales Kino, Rendsburg
Kino 8 ½, Saarbrücken
Kinowerkstatt, St. Ingbert
 

Kategorie „Kino, das verbindet“

 
Erster Preis (2.000 Euro)
Traumakino im Café Trauma e.V., Marburg
 
Zweite Preise (jeweils 1.000 Euro)
City 46, Bremen
achteinhalb – Kino und Kultur e.V., Celle
Kommunales Kino, Pforzheim
Kommunales Kino, Weiterstadt

Kategorie „Kino, das wagt“

Erster Preis (2.000 Euro)
Kino im Sprengel, Hannover
 
Zweite Preise (jeweils 1.000 Euro)
Filmforum Höchst, Frankfurt/Main
Kommunales Kino,Freiburg
Zebra Kino, Konstanz
Cinema Quadrat, Mannheim
 
Lobende Erwähnung: Kino im Musik-und Kulturhaus (Erftstadt)
 

Die Jury-Begründungen

 

Lotte-Eisner-Preis: B-Movie in Hamburg

Der Lotte-Eisner-Preis geht an ein Kino, das geprägt ist von einem leidenschaftlichen Verständnis vom Kinomachen: Es wird betrieben von einem Verein, die Anzahl der Mitglieder ist groß, das Programm wird kollektiv geplant, die tägliche Arbeit im Wechsel bewältigt, ehrenamtlich. Die thematischen Filmreihen sind klar strukturiert, sie gehen immer über das Nächstliegende hinaus, verlieren sich aber trotzdem nicht im Überfluss. Das B-Movie stellt innerhalb der Filmgeschichte Verbindungen her, es schlägt Brücken, zettelt Vergleiche an. Neben der Filmgeschichte gibt es im B-Movie das Aktuelle. Darin steckt oft ein politischer Gedanke;so wurde ein Monat den ThemenStadtarchitektur und Gentrifizierung gewidmet, die Ereignisse des G20 hat man in diesem Zusammenhang nicht vergessen. Eine weitere, durchaus politische Entscheidung des B-Movies ist das Preiskonzept:Der Eintritt kostet 3,50 Euro oder manchmal gar nichts. Dies bietet all denen eine Alternative, die die Ticketpreise im Mainstreamkinonicht bezahlen können oder wollen.Man kann Mitglieder des B-Movies zwar jederzeit auf Festivals treffen, wo sie neue Filme in Augenschein nehmen, andererseits behält das B-Movie aber auch frühere Phasen des Kinos im Blick. Der 35mm-Projektor im Vorführraum ist nicht bloß ein Überbleibsel, er kommt tatsächlich mehrmals im Monat zum Einsatz. Hier laufen Filme, die sonst in keiner Abspielstelle der Stadt zu sehen sind.
 

Kategorie „Kino, das zurückblickt“

Der Preis würdigt besonders die Vielfalt und den Ideenreichtum bei der Präsentation von Filmen aus der gesamten Filmgeschichte. Dies umfasst den Einsatz von Stummfilmen, Repertoirefilmen und von Filmen aus unterschiedlichen Ländern der Welt. Den ersten Preis erhält das Zeughauskino, Berlin. Das vielfältige und liebevoll kuratierte Programm überzeugte die Jury. Filmreihen wie „In deutscher Gesellschaft. Passagen-Werke ausländischer Regisseur*innen 1962-1992“, die Hommage an den Schauspieler Peter Lorre, die Retrospektive „Europa und das Meer“ und die Filmreihe zum Thema „Sparen. Geschichte einer deutschen Tugend“ in Zusammenarbeit mit Deutschen Historischen Museum mögen an dieser Stelle exemplarisch einen Einblick in das wunderbare 2018er Programm geben.

Einen zweiten Preis erhält das Kino des DFF, das mit seinen erfolgreichen Filmreihen hervorstach. Zu nennen sind das Programm „200 Jahre Karl Marx“, das im Anschluss eine kleine Kinotournee absolvierte, und „Kubricks 2001“, das sich mit den Einflüssen rund um Kubricks epochales Meisterwerk beschäftigte. Ebenso spannend zu sehen waren das Schaffen von Filmmacher*innen im Rahmen der ersten Ausgabe von „Remake.Frankfurter Frauen Film Tage“ und die Kostümfilme im Rahmen der Filmreihe „Klassiker und Raritäten“ zu der großen Ausstellung „Hautnah“ für die bedeutende Kostümbildnerin Barbara Baum. Der Filmclub 813 in der BRÜCKE, Köln, erhält den zweiten Platz für sein immer wieder überraschendes und originelles Programm. 2018 standen Retrospektiven zu May Spils, Werner Enke und Alfred Braun und eine Franz-Josef-Spieker-Werkschau auf dem Programm. Zudem erfreute die Filmreihe „Sternzeit C64“ die Jury mit Science-Fiction-B-Movies. Im Gegensatz zu ihrem kleinen Festival „Besonders wertlos“ gilt diese Bezeichnung nicht für das Programm des Filmclubs 813. Einmal im Monat Stummfilme mit Livemusik, Schwerpunkte, die intensiv zurückblicken,und die gut kuratierten Filmhaus-Specials überzeugten die Jury, das Filmhaus Nürnberg mit dem zweiten Platz für ihr Kinoprogramm 2018 auszuzeichnen. Mit einem Blick für das Nürnberger Publikum und aktuellen Ereignissen werden Filmreihen wie die Hommage an Ullabritt Horn und die Werkschau für Isabelle Huppert zusammengestellt oder das Kino Hongkongs vor 1999 in den Fokus gerückt. Die Caligari Filmbühne in Wiesbaden, die in einem Kinobau von 1926 untergebracht ist, beeindruckte die Jury mit ihren vielen mit Bedacht zusammengestellten Filmreihen im Jahr 2018, darunter „Es war einmal in Amerika“ und „50 Jahre FFA“. Immer wieder begeistert auch die Kooperation mit dem Festival „Il Cinema Ritrovato“ das Wiesbadener Publikum. Auch hier wurde ein zweiter Preis vergeben.
 

Kategorie „Kino, das bildet“

Hier werden innovative, generationen übergreifende Vermittlungskonzepte prämiert, sowie Angebote, die Kindern und Jugendlichen den Film als künstlerisches Werk näherbringen und zu tiefergehender Beschäftigung damit anregen. Der erste Preis geht an das Kommunale Kino im Forum der VHS Leverkusen. Es ist nicht einfach, an diesem Standort ein Publikum zu finden, trotzdem kommt das VHS-Kino seinem Unterhaltungs- wie seinem Bildungsauftrag mit großem Engagement nach. Etliche Vereine und Verbände machen hier Programm, was der medienpädagogischen Arbeit meist einen praktischen Bezug verleiht. Etwa ein Fünftel der Filme läuft – in Leverkusen keine Selbstverständlichkeit – in Originalfassung mit
Untertiteln, was sich ganz pragmatisch mit den Sprachkursen der VHS verbinden lässt. Daneben wird viel Integrationsarbeit geleistet: Inzwischen im dritten Jahr lief 2018 einmal monatlich die Reihe „Willkommen im Kino“, mit der Geflüchtete und Leverkusener das VHS-Kino als kulturelle Begegnungsstätte nutzen konnten. Einen zweiten Preis erhält das Karlstorkino, eidelberg. Hier gibt es jährlich ein Filmfestival für Mathematik und Informatik, das eindeutig in die Kategorie des bildenden Kinos fällt, und die Verantwortlichen bemühen sich um einen europaübergreifenden Gemeinsinn: Sie habendem Publikum 2018 die Anrainerstaaten des Mittelmeers filmisch nahegebracht. Ein weiterer zweiter Preis geht an den Verein Kommunales Kino in Rendsburg. Neben dem Tagesprogramm wird hier jährlich eine Woche Kino für Schüler organisiert, 2018 wurde diese mit sechs Filmen des Naturfilmfestivals „Green Screen“ angereichert. Auch Musik wurde vermittelt: Gemeinsam mit der Schauburg kuratierte der Verein eine einmonatige Reihe mit dokumentarischen und fiktionalen Filmen zum Thema. Das Kino 8½ in Saarbrücken widmet sich intensiv der Arbeit mit jungen Menschen. Sie reicht vom Kinderkino an jedem Samstag und Sonntag bis zu einer Programmgestaltung mit den Universitäten der Stadt. Auch in Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungszentrum, der Landeszentrale für politische Bildung oder der Landesmedienanstalt wurden Jugendlichenim Jahr 2018 filmisch alte Strukturen und neue Perspektiven nahe gebracht. Dafür erhält das Kino einen zweiten Preis. Einen weiteren zweiten Preis bekommt die Kinowerkstatt St. Ingbert. Sie setzt sich ein für Filme mit lokalem Bezug. So konnte das Publikum beispielsweise in der Filmnacht „Entdeckung einer Landschaft – der Bliesgau“ seine Umgebung neu sehen lernen. Außerdem wurde hier 2018 das Kurzfilmfestival „filmreif“ ins Leben gerufen, das Amateurfilm und Kino zueinander bringt.
 

Kategorie „Kino, das verbindet“

Der Preis zeichnet nachhaltige Kooperationen mit politischen, sozialen und kulturellen Einrichtungen, Initiativen für eine gesellschaftliche Teilhabe der Bürger*innen sowie interkulturelle Kinokonzepte aus. Verbindung ist ein Schlüsselbegriff für die Filmbranche. So ist nicht nur das Werk, das wir sehen, ein Gemeinschaftsprodukt vieler Beteiligter mit jeweils großen individuellen Fähigkeiten. Auch und vor allem die Vorführung von Filmen ist es, die verbindet. Das Kino ist – von Sonderfällen abgesehen – der Ort, an dem sich nicht der Einzelne einfindet, um einen Film anzuschauen, sondern die Gruppe. Eine Gruppe, die sich für jede Vorstellung neu findet. „Kino, das verbindet“ ist somit gewissermaßen eine Ur-Kategorie des Kinomachens. Der erste Preisgeht an das Traumakino im Café Trauma, Marburg. Es zeigt durch seine studentische Prägung eine große Offenheit für innovative und alternative Programmgestaltung. Ein zweiter Preis geht an das City46 in Bremen, das sich im Rahmen seiner Kinoarbeit insbesondere der Integration sozial Benachteilgter widmet. Ein weiterer zweiter Preis geht an das achteinhalb in Celle, das mit seinem Programm klare Positionen bezieht und auch Menschen mit aktuellen politischen Themenreihen zusammenbringt. Ein zweiter Preis geht außerdem an das Kommunale Kino Pforzheim, das ebenfalls erfolgreich ein Publikum erschlossen hat: das der Heranwachsenden. Ein weiterer zweiter Preis geht an das Kommunale Kino Weiterstadt, für seine beständige Neugier und die Angebote für ein älteres Publikum.
 

Kategorie „Kino, das wagt“

Im Fokus dieses Preises stehen Programme, die neue filmästhetische Perspektiven anbieten. Dies zielt auf die Präsentation filmkünstlerischer Werke abseits des Mainstreams sowie innerhalb der verschiedensten Genres. Gewürdigt werden sollen innovative Ansätze in Programmstruktur und Präsentationsformen. Die Kategorie blickt besonders auf neue filmästhetische Perspektiven. Dazu gehört es auch, das Kino als sozialen, weltoffenen und interkulturellen Erfahrungsraum in den jeweiligen Stadtgesellschaften sichtbar zu machen und zu halten. Die hier ausgezeichneten Kinos tun dies auf sehr besondere Weise. Innovative Ansätze in Programmstruktur undPräsentationsform gehen einher mit besonderer Offenheit in der Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten lokalen Partner*innen. Vielfach sind kollektive Arbeitsformen anzutreffen. Gelegentlich blickt man aus der Metropole Berlin neidisch auf das, was in diesen lokalen kommunalen Kinos alles stattfindet! Der erstePreis geht an das Kino im Sprengel,Hannover. Mit seinem russischen Namensschriftzug knüpft das inzwischen dreißig Jahre alte Kino an die gegenöffentliche Tradition an, sich in der Gegenwart politisch zu positionieren und dies auch in der lokalen, kollaborativen Arbeitsweise zu reflektieren. Das Jubiläumsprogramm 2018 bestand aus Wunschfilmen der unterschiedlichsten gesellschaftlichen Initiativen, mit denen „die Sprengels“vor Ort seit Jahrenzusammenarbeiten. „Die Filmkopien tragen die Spuren ihres Einsatzes“ – ein Plädoyer für den Einsatz von Filmkopien. So steht es in dem Programmheft zu den frühen Filmen Peter Nestlers, die größtenteils aus dem filmkundlichenArchiv Schönecker stammen. Dieses Statement bezeichnet somit auch eine geschichtsbewusste Würdigung nichtgewerblicher Kinoarbeit. Einen zweiten Preiserhält das Kommunale Kino Freiburg e.V.für das bei gleichbleibender Qualität immer innovative und überraschende Programm. Interkulturelle Bildung und kulturelle Teilhabe sind selbstverständliche Praxis. Der Kanon der Filmgeschichte wird neu verhandelt und aktualisiert. Das Kino erweitert sich immer wieder auch in spartenübergreifende Veranstaltungen in Kooperation mit den lokalen Partnern. So wurden mit dem Programm und der Ausstellung „Die Erde ist immer noch ein Paradies“ zur Position der antipsychiatrischen Gruppe SPK (Sozialistisches Patienten Kollektiv) heutige Fragen zur Inklusion aufgeworfen. Ein weiterer zweiter Preis geht an das Filmforum Höchst. An einem nicht unkomplizierten Standort macht dieses Kino vorzügliche und mutige Arbeit – ohne Arbeitsteilung, im Kollektiv. Zweimal wöchentlich gibt es ein Kinderprogramm zu einem günstigen Preis sowie Reihen zum afrikanischen Film, zum kubanischen Kino und aktuell die kurdische Filmwoche in Zusammenarbeit mit dem kurdischen Frauenrat Amara. So zeigt sich dieses Kino informiert, kritisch und global interessiert an der aktuellen Gegenwart. Das Zebra Kino, Konstanz, ebenfalls mit einem zweiten Preis geehrt, verfolgt unkonventionelle Schwerpunkte und kümmert sich besonders um den Nachwuchs: sowohl in der Arbeit mit dem lokalen Kinoaktivist*innen-Nachwuchs wie auch als Plattform für regionale Filmemacher*innen. Dieses Kino verstehtsich als subkulturelle Alternative zum gängigen Kinoangebot. Einen weiteren zweiten Preis erhält das Cinema Quadrat e.V., Mannheim, als ältestes kommunales Kino in Baden-Württemberg: Seit 33 Jahren findet dort u.a. das Mannheimer Filmsymposium statt, seit 20 Jahren beschäftigt man sich dort mit dem psychoanalytischen Blick auf Filme, und seit zwölf Jahren gibt es dort das „GrindhouseDoubleFeature“. Die Jury gratuliet diesem Kino für sein außergewöhnliches Durchhaltevermögen hinsichtlich der Programmarbeit trotz erschwerter Bedingungen und wünscht für den Umzug in den 3. Stock des K1 Karrées alles Gute! Eine Lobende Erwähnung geht an den Neuling Kino im Musik-und Kulturhaus, Erftstadt, für sein besonderes Engagement. Ehrenpreis des Kinematheksverbunds für die Verdienste um die Filmkultur und das Filmerbe.

Ehrenpreis des Kinematheksverbunds

Den Ehrenpreis des Kinematheksverbundserhält 2019 Wolfgang Klaue, Leiter des Staatlichen Filmarchivs der DDR von 1969 bis zu dessen Überführung ins Bundesarchiv 1990. Im Rahmen seiner Arbeit in der UNESCO legte er in den 1970er-Jahren die Grundlagen dafür, dass „Moving Image Archiving“ heute ein geachtetes Berufsfeld und kein Kuriosum mehr ist. Von 1979 bis 1985 war er Präsident der internationalen Vereinigung der Filmarchive Fédération Internationale des Archives du Film (FIAF), deren Ehrenmitglied er 1990 wurde. Von 1998 bis 2003 war Klaue zudem erster Direktor der DEFA-Stiftung.

Zur Jury

Die fünfköpfige Fachjury wird für jeweils drei Jahre entsandt. Seit 2019 gehören Carolin Weidner (Verband der deutschen Filmkritik), Michael Höfner (AG Verleih), Doris Kuhn (Bundesverband kommunale Filmarbeit), Madeleine Bernstorff (Kinematheksverbund) und Philip Aubel (Bundesverband Jugend und Film) der Jury an.