| Aktuelles: Caligari Filmpreis 2010 Deutscher Kurzfilmpreis unterwegs Cool & Crazy II Auf der anderen Seite der Leinwand Jong'r Friedliche Revolution. 20 Jahre Mauerfall Liliput Preis Kinopreis 2009 Qualitätslabel: Kriterien kultureller Kinoarbeit Digitalisierung der Filmtheater Positionspapier zur Digitalisierung Online-PR-Seminar zum Thema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Menschliches Versagen Irène Schweizer Namibia Crossings Hard Goodbyes: My Father
Am Freitag, den 19. Februar, wurde zum 25. Mal der Caligari Filmpreis für einen stilistisch und thematisch innovativen Film aus dem Programm des Internationalen Forums des Jungen Films verliehen. Die dreiköpfige Jury zeichnete den Italienischen Film "La bocca del lupo" aus. Der Bundesverband kommunale Filmarbeit vergibt den wichtigsten Preis des Forums gemeinsam mit dem film-dienst. Das von den Kommunalen Kinos und dem film-dienst gestiftete Preisgeld in Höhe von 4000 Euro soll auch dazu verwendet werden, eine Filmtournee zu finanzieren.
La bocca del lupo
Italien 2009 • 75 Min. • Regie: Pietro Marcello
Wenn wir nie müde werden, Liebesgeschichten im Kino zu sehen, so hat das mit einem unergründlichen Geheimnis zu tun, nämlich wie Zeiten und Orte die Drehbücher mitschreiben. Die Liebesgeschichte zwischen der Transsexuellen Mary und Enzo, einem Sizilianer mit Schnauzbart und einem Herz aus Gold, begann einst im Gefängnis und nimmt ihren Lauf in der fast schon untergegangen Welt von Genuas Hafenviertel. Hier verortet Pietro Marcello eine Parallelhandlung, die ebenso fiktiv wie wahrheitsgetreu Marys und Enzos Lebensweg dokumentiert und rekonstruiert. Mit Szenen von heute und Bildern von damals, die Marcello in privaten und öffentlichen Schatztruhen gefunden hat, entdeckt "La bocca del lupo" eine Stadt, die melancholisch und verwegen ist, in der die Frauen an den Bars fast so tiefe Stimmen haben wie die Männer, mit denen sie trinken, wo seit jeher an den unwirklich vergessenen Orten des Hafens die Gestrandeten hängen geblieben sind. Das Hafenviertel von Genua scheint die Liebesgeschichte zwischen Mary und Enzo erfunden zu haben. Pietro Marcello hat sie als Drehbuch für einen Dokumentarfilm nachinszeniert, der mit eigenwilliger Musik, Erinnerungen und Archivmaterial eine gerade noch sichtbare Vergangenheit aufleben lässt. (Quelle: Katalog der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin)
Programm 1 Einerseits: Ungestüm
Wagah
Regie: Supriyo Sen • Dokumentarfilm • 13min
Der einzige Grenzübergang zwischen Indien und Pakistan ist jeden Abend Schauplatz eines einzigartigen Spektakels.
Deutscher Kurzfilmpreis in Gold in der Kategorie
»Dokumentarfilme mit einer Laufzeit bis 30 Minuten«
Wüste/Aussen/Tag
Regie: Mia Grau • Spielfilm • 30min
Film im Film – in Cinemascope: Zwei Schauspieler lernen sich bei Dreharbeiten kennen und verbringen einen spannungsreichen drehfreien Tag miteinander.
Nominierung Deutscher Kurzfilmpreis in der Kategorie »Spielfilme mit einer Laufzeit von mehr als sieben bis 30 Minuten«
Kokon
Regie: Till Kleinert • Spielfilm • 7min
Ein Teenager lässt sich die Haare schneiden. Wer verbirgt sich hinter der Matte?
Deutscher Kurzfilmpreis in Gold in der Kategorie »Spielfilme mit einer Laufzeit bis sieben Minuten«
Polar
Regie: Michael Koch • Spielfilm • 29min
Luis sieht nach Jahren seinen Vater wieder. Er wird mit einer neuen Frau und einem Halbbruder konfrontiert und treibt einen unausgesprochenen Konflikt auf die Spitze.
Deutscher Kurzfilmpreis in Gold in der Kategorie »Spielfilme mit einer Laufzeit von mehr als sieben bis 30 Minuten«
Der Conny ihr Ponny
Regie: Robert Pohle • Martin Hentze, Experimentelle Animation • 5min
Die elfjährige Conny bekommt ihr viel zu großs Pony nicht in den Linienbus hinein. Hätte sie sich doch einen Löwen oder einen Bären gewünscht!
Nominierung Deutscher Kurzfilmpreis in der Kategorie »Animations-/Experimentalfilme mit einer Laufzeit bis 30 Minuten«
Kinos und Termine
- ZOOM Kino Brühl
24.02.10
- Kommunales Kino Freiburg
03.+04.03.10
- kino achteinhalb Saarbrücken
14.-17.03.10
- Rex Kino, Darmstadt
24.03.10
- CinéMayence Mainz
22.-28.04.10
- Cinema & Kurbelkiste Münster
09.06.10
- Kommunales Kino Hannover
12.06.10
Programm 2 Andererseits: Betörend
Fliegen
Regie: Piotr J. Lewandowski • Spielfilm • 26min
Die Filmstudentin Sarah interessiert sich für Dima, dem die Abschiebung aus Deutschland droht. Bald ist er mehr als nur das Objekt ihres Dokumentarfilms.
Nominierung Deutscher Kurzfilmpreis in der Kategorie »Spielfilme mit einer Laufzeit von mehr als sieben bis 30 Minuten«
Please Say Something
Regie: David OReilly • Animation • 10min
Die Geschichte einer schwierigen Beziehung zwischen einer hochemotionalen Katze und ihrem Mann, einem nervt&ooml;tenden Mäuserich.
Deutscher Kurzfilmpreis in Gold in der Kategorie »Animations-/Experimentalfilme mit einer Laufzeit bis 30 Minuten«
Birthday
Regie: Andrzej Król • Spielfilm • 16min
Verschwommene Erinnerung: Ein Familienvater wollte seinem Kind ein Fahrrad schenken – was kam eigentlich dazwischen in jener Nacht?
Nominierung Deutscher Kurzfilmpreis in der Kategorie »Spielfilme mit einer Laufzeit von mehr als sieben bis 30 Minuten«
Radfahrer
Regie: Marc Thümmler • Dokumentarfilm • 28min
Ein Fotofilm mit Bildern des Fotografen Harald Hauswald und Texten aus den Protokollen seiner Überwachung durch die Stasi.
Nominierung Deutscher Kurzfilmpreis in der Kategorie »Dokumentarfilme mit einer Laufzeit bis 30 Minuten«
Antje und wir
Regie: Felix Stienz • Spielfilm • 12min
»Boah. Sie sah bombig aus, also sah total gut aus. Da hab ich sie das erste Mal gesehen und ich dachte: eigentlich wie im Film.« Acht junge Menschen erzählen von der Begegnung mit Antje.
Nominierung Deutscher Kurzfilmpreis in der Kategorie »Spielfilme mit einer Laufzeit von mehr als sieben bis 30 Minuten«
Kinos und Termine
- Kommunales Kinos Freiburg
27.+31.03.10
- Rex Kino, Darmstadt
07.04.10
- kino achteinhalb Saarbrücken
18.+19.04.10
- CinéMayence Mainz
22.-28.04.10
- Kommunales Kinos Hannover
12.06.10
- Pupille, Frankfurt
29.06.2010
- Cinema & Kurbelkiste Münster
08.08.10
Sonderpreis
Die Haushaltshilfe
Regie: Anna Hoffmann • Dokumentarfilm • 60min
Lore (75) und Max (87) haben eine junge Slowakin engagiert, die ihnen im Alltag hilft. Lore zeigt sich mit der Zeit mehr und mehr als schwierige Hausherrin.
Sonderpreis Deutscher Kurzfilmpreis für Filme mit einer Laufzeit von mehr als 30 bis 78 Minuten
Der Bundesverband kommunale Filmarbeit präsentiert:
Schon zum zweiten Mal schickt der Bundesverband in Kooperation mit den Nordischen Filmtagen Lübeck eine Norwegische Filmreihe auf Tournee. Die vier Spielfilme sind noch bis Ende Juli in den Kommunalen Kinos zu sehen.
Die Rebellion von Kautokeino
Regie: Nils Gaup • Spielfilm 2008 • 35mm &bull 96 Min. • OmU
Ein grandioser „Schneewestern“ aus Norwegen, der vom Kampf der Samen gegen einen skuppellosen Schnapshändler und die ihn stützende Obrigkeit erzählt.
Gut 20 Jahre nachdem er mit seinem oscarnominierten Erstlingfilm „Pathfinder“ eine samische Legende verfilmte, greift Regisseur Nils Gaup – selbst ein Nachfahre der damals hingerichteten Aslak Hætta – nun einen authentischen Stoff der samischen Historie auf. Besetzt mit der ersten Riege skandinavischer Schauspieler, darunter Mikael Persbrandt („Kommissar Beck“) und Michael Nyqvist („Wie im Himmel“) ist mit „The Kautokeino Rebellion“ ein grandioser Schneewestern entstande, der in Anni-Kristina Juuso auch eine großartige Hauptdarstellerin besitzt. (Quelle: Katalog der Nordischen Filmtage Lübeck).
Kinos und Termine
- Rex Kino Darmstadt
17.02.10
- Kommunales Kino Freiburg
03.+05.04.10
- Ciné Mayence Mainz
02.-05.05.10
- Kino 81/2 Saarbrücken
18. + 19.05.10
Mirush und sein Vater
Regie: Marius Holst • Spielfilm 2007 • 35mm • 100 Min. • OmU
Mirush lebt im Kosovo. Schon kurz nach seiner Geburt hat der Vater die Familie verlassen, um im Norden Geld zu verdienen – und seitdem nichts mehr von sich hören lassen. Als Mirushs älterer Bruder tödlich verunglückt, findet der Junge unter den Sachen des Verstorbenen Hinweise auf ein Restaurant, das der Vater in Oslo besitzt – und auch das nötige Reisegeld. Mit ihm gelangt Mirush nach Norwegen, wo er sich unter falschem Namen von seinem Vater als Aushilfe anstellen ässt ... Nach dem ländlichen Psychodrama „Øyenstikker“ ist Regisseur Marius Holst nun ein großstädtischer Thriller gelungen, in dem das Motiv vom verstoßenen Sohn, der spezifischen Osloer Multikulturalismus und das Mafiagenre zu einer spannenden Einheit finden. (Quelle: Katalog der Nordischen Filmtage Lübeck)
Kinos und Termine
- Rex Kino Darmstadt
24.02.10
- Kommunales Kino Freiburg
06.+07.04.10
- Zoom Kino Brühl
14.04.10
- Kino 81/2 Saarbrücken
18. + 19.05.10
Gekrallt
Regie: Petter Næss • Spielfilm 2007 • 35mm • 92 Min. • OmU
Es muss Liebe sein! Sie zieht bei ihm ein, und Er lässt es geschehen. Zwar redet sie ein bisschen zuviel, doch dann geht Er eben schwimmen ... Sie heißt Marianne, Er bleibt namenlos und Marianne über alle Turbulenzen hinweg treu und verfallen. Das Liebes- und Zusammenleben der zwei hat Regisseur Petter Næss als einen hochtourigen Schlagabtausch inszeniert. Mit seiner Bearbeitung eines Romans des Erfolgsschriftstellers Erlend Loe ist dem „Elling“-Regisseur erneut ein hochkomischer Coup gelungen: „Gekrallt“ zeigt aufs Unterhaltsamste, dass Männer und Frauen nicht voneinander leben können. Aber erst recht nicht zusammen. (Quelle: Katalog der Nordischen Filmtage Lübeck)
Kinos und Termine
- Kommunales Kino Guckloch
20.01.10
- Rex Kino Darmstadt
10.02.10
- Kommunales Kino Freiburg
08.-10.04.10
- Zoom Kino Brühl
21.04.10
- Cine Mayence Mainz
29.04.- 1.5.10
- Kino 81/2 Saarbrücken
02.+03.06.10
Cold Lunch
Regie: Eva Sørhaug • Spielfilm 2008 • 35mm • 90 Min. • OmU
„Mein Ziel ist, dass alle, die jemals davon geträumt haben, um die Welt zu segeln, ihre Wohnung verkaufen und die Segel setzen, nachdem sie den Film gesehen haben.“ Eva Sørhaug
Weil eine Möwe seine Jacke verschmutzt hat, setzt der smarte Herumtreiber Christer im Keller eines Hauses die Waschmaschine in Gang &ndsah; was in der unmittelbaren Nachbarschaft einen fatalen Domino – Effekt zur Folge hat. Denn weil Christer sich an der Hauptsicherung zu schaffen macht, trifft im Erdgeschoss Lenis alten Vater der Schlag, woraufhin seine leicht verhuschte Tochter das Wohnrecht verliert. Die junge Mutter Heidi kommt mit nasser Wäsche nach Hause und leidet einmal mehr unter den brutalen Anwandlungen ihres Mannes. Nach dem Vorbild vielschichtiger Beziehungsreigen wie „Happiness“ und „Magnolia“ knüpft Eva Sørhaug in ihrem Deb¨t ein dichtes nachbarschaftliches Geflecht. Ein Film der die ganze Brüchigkeit menschlicher Existenz offenbart und doch eine positive Entwicklung aufzeigt. (Quelle: Katalog der Nordischen Filmtage Lübeck)
Kinos und Termine
- Kommunales Kino Guckloch
17.02.10
- Rex Kino Darmstadt
03.03.10
- Kommunales Kino Freiburg
09.-11.04.10
- Kino 81/2 Saarbrücken
26.+27.05.10
Der Bundesverband kommunale Filmarbeit präsentiert:
Neu im Verleih des Bundesverbandes kommunale Filmarbeit: »Auf der anderen Seite der Leinwand« von Bernd Sobolla – ein Dokumentarfilm über die Geschichte des Moviemento in Berlin-Kreuzberg, Deutschlands ältestem Kino.
Die Geschichte des »Moviemento« in Berlin-Kreuzberg, Deutschlands ältestem Kino, das 1907 gegründet wurde und in dem in über 100 Jahren viele Tausend Filme über die Leinwand flimmerten. Die verrückteste Geschichte spielte sich aber hinter der Leinwand ab – im legendäre Spiegelsaal: die Geschichte des Kinos selbst. Manfred Salzgeber schuf erstmals aus einem Bezirkskino ein Programmkino. Es traten die ersten schwul-lesbischen Theatergruppen auf. Hier begann der deutsche Kult um die »Rocky Horror Picture Show«. Diverse Karrieren starteten ebenfalls dort, z.B. die von Wieland Speck, Blixa Bargeld, Claus Boje, Dany Levy oder Tom Tykwer. Bis heute gilt das Moviemento als Kreativitätsschmiede und wird regelmäßig für sein Programm ausgezeichnet. Doch trotz des Erfolges stand das Kino oft genug vor dem finanziellen Zusammenbruch – aber das Moviemento existiert immer noch! Neben vielen Interviews und historischen Aufnahmen bietet »Auf der anderen Seite der Leinwand« interessante Einblicke in die alte West-Berliner Subkultur der 1970er und 1980er Jahre. Doch vor allem ist der Film eine wunderbare Hommage an das Kinomachen.
Auf der anderen Seite der Leinwand. 100 Jahre Moviemento
Buch und Regie: Bernd Sobolla • Kamera: Peter Domsch u.a. • Musik: Mark Collinson • Schnitt: Udo Röben • Produktion: Studio Kitsune • Produzent: Bernd Sobolla • Darsteller: Tom Tykwer, Blixa Bargeld, Wieland Speck, Claus Boje, Detlev Buck, Sylke Enders, Rosa von Praunheim, Ingrid Schwibbe, Elser Maxwell, Manfred Salzgeber, Benjamin & Dominik Reding u.a. • Land/Jahr: Deutschland 2009 • Länge: 82 Minuten • Format: DVD • Start: 20. Februar 2010.
Auf der anderen Seite der Leinwand wurde bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin in einer Sondervorführung im Rahmen der Reihe "Berlinale goes Kiez" gezeigt. Zuvor lief der Film auch schon im Programm des 31. Filmfestivals Max Ophüls Preis.
Jong'r
Neu im Verleih des Bundesverband kommunale Filmarbeit: Der Film Jong'r zum 30. Jubiläum der Band NoRMAhl
Die Band NoRMAhl
Musik aus Trotz geboren
1978 – im Karls-Gymnasium in Stuttgart überschreiten drei 13- bis 14-Jährige erstmals öffentlich die Grenzen des damals gängigen musikalischen Anstands. Ohne Grundausbildung, aber mit der Fähigkeit, Wut und Frustration in Worte und Töne zu transformieren, missionieren NoRMAhl die ersten 40 Schüler für ihre „Religion“: Punk. Der Wirbel um die Sex Pistols in England war erst ein Jahr her.
Die Anfangsjahre
1980 nahmen die Mitglieder der Band die erste Schallplatte auf. Sie spielten in Frankfurt und Berlin: dort standen sie in einem Plattenladen in den „Verkaufscharts“ auf Platz drei. Sie suchten für ihre Musik nach alternativen Vertriebswegen jenseits der Mechanismen der Musikindustrie, tauschten ihre Scheiben mit denen von anderen Bands. Die nächsten von insgesamt zwölf LPs erschienen bei einer kleinen Firma – und dann landeten NoRMAhl bei BMG Ariola.
Erfolg und Überdruss
In den Neunzigern tourten sie durch die Schweiz, die Tschechoslowakei, Österreich, Südtirol. Irgendwann „hat man keine Unterhose mehr“ und ist „ein bisschen verroht“. Es war „wie in einer Ehe – du bist 30, 40 Tage unterwegs, du hockst dauernd aufeinander“ und teilst den immer gleichen Alltag aus Bühne, Hotel, Party, Busfahrt, Bühne, Hotel ... Irgendwann hatten sie einander rechtschaffen satt und trennten sich 1996 nach 18 gemeinsamen Jahren.
Die Rückkehr des Punks
2002 setzten sie sich wieder an einen Tisch: Sie mussten Zweitverwertungsrechte alter Songs besprechen. Die Atmosphäre war gespannt. Die ersten Worte kamen tröpfelnd. Besa servierte Bier. Nach der ersten Kiste waren sie sich einig, dass man wieder miteinander was machen muss. Am Ende stand die Wiedervereinigung, ein Album „IN RI 21“ und eine Tournee mit nie erwarteten, randvollen Konzert-Sälen.
Der Film zum 30-jährigen Bestehen der Band NoRMAhl erzählt die Geschichte des Punk in einer beschaulichen, schwäbischen Kleinstadt der späten 70er-Jahre. Es geht um Lebensgefühl, Langeweile, Liebe, Gewalt, Spaß und Exzess.
In einem alten Leutenbacher Haus prallen die Generationen aufeinander. Fred (Aaron Frederik Defant) und sein Vater (Lars Besa) haben sich nicht viel zu sagen. Im Herzen des Wohnzimmers steht das Sideboard mit der Stereoanlage. Die geliebte Plattensammlung reicht von Wim Thoelkes „Drei mal neun“ bis hin zu Elvis. Der Vater schwärmt für den King of Rock ’n’ Roll, während Fred sich seiner Religion – dem Punk – zuwendet. Da darf auch der Chorkönig Gotthilf Fischer nicht fehlen, der sich nachts im Nachthemd aus dem Fenster lehnt, um für Ruhe zu sorgen.
Für ihren Jubiläumsfilm schlüpften die Bandmitglieder von NoRMAhl selbst in die Rollen ihrer spießigen Väter, deren Lebensinhalt sich zwischen Arbeitsalltag und abendlichem Suff im dörflichen Wirtshaus abspielt. Eine Heimatgeschichte von zwei Generationen sympathischer Loser – in einer wahrhaft wilden Zeit …
D 2009 / Länge: 30 Minuten NoRMAhl Dokumentation zzgl. 60 Minuten Jong’r
Drehbuch: Emanuel Brüssau und Sandro Lang / Regie: Sandro Lang / Produktionsleitung: Dagmar Brüssau / Darsteller: Aaron Frederik Defant, Julian Trostorf, Hasan Dere, Julia Colazzo, Paula Kohlmann, Fabrizio Fiordellisi, Lars Besa, Mick Scheuerle, Manny Rutzen, Scobo Skobowsky / Kamera: Ingalena Klute; 2nd Unit Kamera: Hubert Ersinger / Beleuchtung: Gregor Ersinger, Manny Rutzen, Alexandra Tiziani / Requisite: dack_aus_bruessau / Kostüm: dack_aus_bruessau / Maske: dack_aus_bruessau, Harald Klute / Ton: Christian Polzer, Mick
Scheuerle, Emanuel Brüssau / Animation: Emanuel Brüssau, Sandro Lang, Ingalena Klute / Best Girl: Jennifer Sittler / Produktion: L.A.R.S. Musikverlag / Format: Festplatte, DVD
Kinostart: Mitte November 2009. Weitere Infos zum Verleih: info (at) kommunale-kinos.de
weitere Infos zum Film: www.normahl.de
Friedliche Revolution. 20 Jahre Mauerfall
15. Bundesweiter Aktionstag der Kommunalen Kinos
Thema des diesjährigen Aktionstages der Kommunalen Kinos ist „Friedliche Revolution. 20 Jahre Mauerfall“. Wie schon im letzten Jahr verknüpfen wir den Aktionstag mit dem UNESCO-Welttag des audiovisuellen Erbes am 27. Oktober 2009. Im Folgenden einige Programme der Kommunalen Kinos.
Studentischer Filmkreis TU Darmstadt:
27. Oktober, 20 Uhr
Wie Feuer und Flamme von Connie Walther, D 2000
Berlin.
Die Mauerstadt. 1982.
Nele (Anna Bertheau) ist 17, geboren und aufgewachsen in West-Berlin. Mit der Mauer. Doch die ist für sie so normal , daß Nele sie gar nicht mehr wahrnimmt. Alles, was dahinter liegt, ist nur grau und leer. Bis sie zur Beerdigung ihrer Oma erstmals die andere Seite des „eisernen Vorhangs“ betritt und Captain (Antonio Wannek) kennenlernt. (Veleih)
Kommunales Kino Eschborn K
23. Oktober 2009, 19 Uhr
Galerie K:
Ausstellungseröffnung im Foyer des Eschborn K
rost-art, Günther Uttecht, Abstrakte Fotografie
23. Oktober 2009, 20.15 Uhr
Novemberkind
D 2008. Regie: Christian Schwochow, mit Anna Maria Mühe, Ulrich Matthes
Eine bei den Großeltern aufgewachsene junge Frau aus Mecklenburg macht sich
auf die Suche nach ihrer toten Mutter, die angeblich am Bodensee leben soll.
Ein undurchsichtiger Literaturprofessor aus Konstanz behauptet dies
jedenfalls. Ein verhaltenes, gewagt konstruiertes Melodrama über eine
deutsch-deutsche Tragödie, getragen von einer überzeugenden
Hauptdarstellerin und einer anspruchsvollen Dramaturgie, die verschiedene
Handlungs- und Zeitebenen zu einer intellektuell herausfordernden Geschichte
verknüpft, in der immer wieder der Wahrheitsgehalt von Erinnerungen
hinterfragt wird.
Lexikon des Internationalen Films
Pupille, Frankfurt
28. Oktober 2009, 20.30 Uhr
Kolya, Regie: Jan Sverak, Tschechien 1996
Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den osteuropäischen Nachbarländern endeten die sozialistischen Diktaturen friedlich. Der Oscar prämierte Spielfilm Kolya thematisiert die Samtene Revolution in der Tschechoslowakei.
Kommunales Kino Freiburg
27. Oktober 2009
Material von Thomas Heise, Deutschland 2009, Dokumentarfilm,
Premiere beim Forum Berlinale 2009.
Mit Material präsentiert der 1955 in Ost-Berlin geborene Thomas Heise seine individuelle Wahrnehmung deutscher Geschichte, die durch seine Lebenserfahrungen in der DDR geprägt wurde. Heise montiert Bild- und Tonmaterial, das er im Laufe der letzten dreißig Jahre im Zuge seiner künstlerischen Arbeit gesammelt hat, zu einer Installation, die ein eigenwilliges historisches Panorama abseits offizieller Geschichtsbilder entwirft. (Kulturstiftung des Bundes)
Filmmuseum Potsdam
Filmverband Brandenburg e.V.
27.10. , 20:00
Uhr
Aktuelles Potsdamer Filmgespräch Nr. 164
In Anwesenheit von Marco Wilms
Ein Traum in Erdbeerfolie – Comrade Couture R: Marco Wilms, D 2009, Dok., 84’
Eine Reise in die wilde Parallelwelt der Mode- und Überlebenskünstler Ostberlins. Der Regisseur Marco Wilms, Ex-Model des Modeinstituts der DDR, zieht los, um dieses einzigartige Lebensgefühl von ökonomischer Unbeschwertheit und radikalem Anderssein, im Hier und Jetzt wieder entstehen zu lassen.
Kommunales Kino der Stadt Rendsburg
27. Oktober 2009, 17:00 und 19:45 Uhr
Der geteilte Himmel, Regie: Konrad Wolf, DDR 1964
Gelungene Verfilmung eines Romans von Christa Wolf über die Problematik des geteilten Deutschlands. Die Premiere fand in einer Zeit der vorsichtigen Liberalisierung statt, was eine positive Aufnahme presseseits begünstigte. Nach dem Ende des politischen "Tauwetters" jedoch wurde "Der geteilte Himmel" immer häufiger der Ideologiekritik ausgesetzt.
"Der geteilte Himmel" wurde von führenden Filmhistorikern und –journalisten im Verbund Deutscher Kinematheken ausgewählt als einer der 100 wichtigsten deutschen Filme aller Zeiten. (Verleih)
8 1/2 Saarbrücken
Filmreihe „Wendezeiten“ 1. Oktober – 16. Dezember 2009: Das gesamte Programm finden Sie unter www.kinoachteinhalb.de
26.-27.10.2009
DOKUMENTARFILMPROGRAMM: "AUFBRUCH ZUR MACHT"
Das Programm besteht aus zwei Dokumentarfilmen von Thomas Grimm
- Die Honneckers privat (2003), 45 Min.
Archivaufnahmen und Interviews zeigen den privaten und politischen Werdegang zweier überzeugter Kommunisten – vom Kennenlernen 1949 bis zum Ende der DDR 1989.
- Der Weg einer neuen Partei im Herbst 1989 (2005), ebenso 45 Min.
Die politische Gruppierung und die spätere Partei Demokratischer Aufbruch formiert sich in den letzten Monaten des Staates DDR. Ihre Geschichte spiegelt die damalige politische Situation wieder.
Der Regisseur Thomas Grimm wird am 27.10.09 zur Diskussion anwesend sein.
Kino im Schafstall, Schwäbisch Hall
Montag
26. Oktober 20:30 Uhr
Sperrmüll von Helge Misselwitz,
Deutsche Demokratische Republik 1990; Produktion DEFA-Studio für Dokumentarfilme
Helke Misselwitz porträtiert die jungen Musiker einer Band, die ihre Musik auf weggeworfenen Gegenständen produzieren. Unverblümt wird hier ein Bild der DDR-Jugend gezeigt, welches in keiner Weise dem offiziellen Bild entsprochen hätte. Die Arbeit am Film fällt genau in die Zeit des politischen Umbruchs des Landes. Es ändert sich die Auftragslage: war er zunächst gedacht, um soziale und gesellschaftliche Umbrüche einzufordern, wird er nun von ihnen überrannt. Die Hoffnungen der Protagonisten für eine Verlangsamung der Ereignisse erfüllen sich nicht. Der Film ist zugleich der Abschied der Regisseurin von der DEFA. Wie viele ihrer Kollegen wird Helke Misselwitz im Zuge der Abwicklung der DEFA 1991 gekündigt. Sie ist seitdem freischaffend tätig. (DEFA Filmtage)
Weitwinkel Singen
30.10., 20:00
Uhr
Deutschland 09 - 13 Kurze Filme zur Lage der Nation
Jeder der beteiligten Regisseure interpretiert seine persönliche Wahrnehmung und eigene filmische Sicht auf das heutige Deutschland, abstrakt oder konkret, frei in der Wahl des Formates und des Inhaltes. Die einzelnen Beiträge konnten Kurzspielfilme, Dokumentarfilme, essayistisch oder experimentell sein.
Regisseur und Mit-Initiator Tom Tykwer Über das Projekt: "Der Film Deutschland 09 vereint ein gutes Dutzend individuelle filmische Blicke auf das, was wir heute und jetzt als Heimat erleben - und wie wir uns in diesem Land verorten, verirren, verstricken." (Verleih)
So,
08.11., 11:00
Uhr, Matinee
Die Mauer,
DDR (DEFA) 1989/90, Regie/Buch: Jürgen Böttcher,
Dokumentarfilm.
Die Demontage der Berliner Mauer als Erlösung von einem Alptraum.
Jürgen Böttcher und Kameramann Thomas Plenert zeigen aus immer
neuen Blickwinkeln, in spontanen Beobachtungen, zuweilen auch
langen meditativen Einstellungen, was sich im Winter 1989/90 an der
Mauer nach deren spektakulären Fall ereignete – Mauerspechte, Spaziergänger
auf ihrem Weg von Ost nach West und umgekehrt, Touristen
aus aller Welt, neugierige, geschäftstüchtige Kinder und Grenzer,
die plötzlich ihre Aufgabe verloren haben.
U. a. mit dem „Felix“ (Europäischer Filmpreis für den besten Dokumentarfilm)
prämiertes Zeitdokument aus den letzten Tagen der Berliner
Mauer. Alltägliche und historische Momente werden ohne
gesprochenen Kommentar, aber mit der Bilderkraft des Malers Jürgen
Böttcher alias Strawalde festgehalten.
Cineasta Trier
27. und 28.10.
Jeweils einen Kurzfilm aus den Berlin Today Award Filmen als Vorfilm
27.10. Wagah von Supriyo Sen
Jede Nacht wird der einzige Grenzübergang zwischen Indien und Pakistan zum Ort eines Ereignisses. Auf dem 1000 km breiten Streifen sammeln sich tausende von Menschen um dem rituellen Schließen der Grenzen beizuwohnen, nachdem die Massen so nah wie möglich an das Tor herangegangen sind um ehemalige Nachbarn zu begrüßen.
28.10. Teleportation von Markus Dietrich„Teleportation“ ist die abenteuerliche Neuerzählung der Ereignisse vom 9. November 1989. Frederike und Fabian planen heimlich ein Experiment: sie wollen ihren Freund Jonathan nach West-Berlin beamen. Das Experiment geht schief und statt des Jungen sind plötzlich alle Menschen ihres Heimatdorf verschwunden.
Kommunales Kino Weiterstadt:
27.10.,
18.00 Uhr: Westler von Wieland Speck, BRD 1984/85
Um die Liebesgeschichte von Thomas und Felix geht es in diesem Film, der verbotenerweise zum Teil mit versteckter Kamera in Ostberlin gedreht wurde. Felix ist der Westler, Thomas der Ostler. Sie können sich nur an einem Tag in der Woche sehen, haben dann etwa vier, fünf Stunden Zeit miteinander. Zeit, in der sie versuchen, nicht an Grenzübergänge und ihre getrennten Welten zu denken, in der nur ihre gemeinsame Welt und ihre Liebe zählt. Aber immer wenn sie wieder von der Realität eingeholt werden, spüren sie schmerzhaft, wie sehr die Mauer sie trennt. Als Felix' regelmäßige Reisen nach Ostberlin die Soldaten am Grenzübergang misstrauisch werden lassen und selbst ihre kostbaren wöchentlichen Treffen auf wackeligen Beinen zu stehen beginnen, entschließt sich Thomas, von Prag aus die Flucht in den Westen zu wagen.
Caligari FilmBühne Wiesbaden
in Kooperation mit der DEFA-Stiftung
27.10.,
18.00
Uhr
Hände hoch oder ich schieße von Hans-Joachim Kasprzik, DDR /D 1966/2009
In der Gangsterkomödie verzweifelt Holms, ein hoch motivierter Volkspolizist, gespielt vom DEFA-Komödianten Rolf Herricht, an seinem verbrecherlosen idyllischen Dorf namens Wolkenheim, das von allen Städten der DDR die niedrigste Kriminalitätsrate hat.
Während er seine Depression von einem Psychiater behandeln lässt, versucht sein guter Freund und Ex-Ganove Pinkas mit anderen Mitteln dem gelangweilten Kriminalinspektor zu helfen. Gemeinsam mit seinen Gaunerfreunden täuscht er einen Raub des wertvollen Denkmals vom Marktplatz vor und verschafft Holms endlich den Fall seines Lebens. Während einer turbulenten Verfolgungsjagd gelingt es Holms nicht nur seinen Trübsinn zu überwinden, er gewinnt zu guter Letzt auch seine heimliche Liebe Lucie für sich. (Verleih)
Liliput Preis
13. Liliput Preis für herausragende Filmsynchronisation und Untertitelung
Der Bundesverband kommunale Filmarbeit (BkF), die Dachorganisation der Kommunalen Kinos in Deutschland, hat am 16. Oktober 2009 zum 13. Mal seinen Preis für herausragende Filmsynchronisation und Untertitelung vergeben. Der Liliput Preis wurde überreicht durch den Schirmherren Christian Brückner, der deutschen Stimme von Schauspielern wie Robert de Niro oder Harvey Keitel. Die Preisverleihung fand zum zweiten Mal im Rahmen der Frankfurter Buchmesse statt.
Die Jury bestand aus zwei Vertretern des Verbandes der deutschen Filmkritik, Jörg-B. H. von Grass (Chefredakteur des filminformer – Das aktuelle Filmportal) und David Serong (Chefredakteur der Cinema Musica) und einer Vertreterin des Bundesverbandes kommunale Filmarbeit, Anna Küter (Mitglied im Studienkreis Film der Ruhr-Universität Bochum).
Der Liliput Preis 2009 für die beste deutschsprachige Synchronisierung ging an den Film:
"Willkommen bei den Sch'tis"
("Bienvenue chez les Ch’tis")
Aus der Jurybegründung:
Bei "Willkommen bei den Scht'is" hat man sich nicht an einen bestehenden oder vergleichbaren deutschen Dialekt angelehnt. Die Dialogschreiber entwickelten ein völlig neues und sehr originelles Idiom, das an die Eigenheiten des Nordfranzösischen angelehnt ist. ... Das allein wäre schon eine herausragende Leistung, aber durch das Talent der Synchronsschauspieler, allen voran Christoph Maria Herbst, ist hier ein Meisterwerk der Synchronisationskunst entstanden, das nicht nur den ursprünglichen Witz des Originals transportiert, sondern auch ein die Botschaft des Films unterstützendes Eigenleben entwickelt.
Der Liliput Preis 2009 für die beste deutschsprachige Untertitelung ging an den Film:
"Gran Torino"
Aus der Jurybegründung:
Die Untertitelung von „Gran Torino“ zeugt von einem tiefen Verständnis des Stoffes. Es gelingt der Untertitelung die verschiedenen Sprachen – Englisch und die Sprache der asiatischen Einwanderer, der Hmong – sowie das Aufeinandertreffen dieser beiden Sprachebenen für den Zuschauer jederzeit verständlich abzubilden und in Momenten der Verständnislosigkeit innezuhalten. ... Gran Torino ist ein herausragendes Beispiel für eine gute, aber dennoch kompakte Untertitelung, die dem Betrachter genügend Raum für die Visualität des Filmes lässt.
Filmographische Angaben
"Willkommen bei den Sch'tis"
Originaltitel: "Bienvenue chez les Ch’tis"
Frankreich 2008
Regie: Dany Boon,
Produktion: Claude Berri und Jérôme Seydoux,
Buch: Dany Boon, Alexandre Charlot und Franck Magnier,
Kamera: Pierre Aïm,
Musik: Philippe Morlier,
Besetzung: Kad Merad, Dany Boon, Zoé Félix, Anne Marivin, Philippe Duquesne u.a.,
Verleih: Prokino Filmverleih GmbH,
Synchronisation,
Dialogbuch und Synchronregie: Beate Klöckner,
Übersetzung: Tanja Frank,
Produktion: BSG Berliner Synchron AG,
Synchronschauspieler: Christoph Maria Herbst (für Dany Boon), Michael Lott (für Kad Merad), Christin Marquitan (für Zoé Félix), Alexandra Wilcke (für Anne Marivin), Gerald Schaale (für Philippe Duquesne), Olaf Reichmann (für Guy Lecluyse), Stefan Gossler (für Patrick Bosso), Matthias Klages (für Zinedine Soualem), Marius Götze-Clarén (für Jerome Commandeur), Uta Hallant (für Renaus Line), Jochen Schröder (für Michel Galabru), Bernd Vollbrecht (für Stephane Freiss) u.a.
"Gran Torino"
USA, Deutschland, Australien 2008
Regie: Clint Eastwood,
Produktion: Clint Eastwood, Bill Gerber und Robert Lorenz,
Buch: Nick Schenk,
Kamera: Tom Stern,
Musik: Kyle Eastwood,
Besetzung: Clint Eastwood, Christopher Carley, Bee Vang, Ahney Her, Brian Haley u.a.,
Verleih: Warner Brothers Pictures,
Untertitel
Übersetzung: Ruth Deny
Der Liliput Preis wurde in diesem Jahr vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und dem Forum Film & TV der Frankfurter Buchmesse unterstützt.
Der Langenscheidt-Verlag hat die Sachpreise zur Verfügung gestellt.
Kinopreis 2009
Im feierlichen Rahmen Im feierlichen Rahmen wurde am Freitag, dem 19. Juni 2009 in der Deutschen Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen in Berlin zum zehnten Mal der Kinopreis des Kinematheksverbundes verliehen.
In vier nach Ortsgröße gestaffelten Kategorien mit je drei Preisen wurden 12 Kommunale Kinos für ihre herausragenden Jahresprogramme prämiert. Kriterien der fünfköpfigen Jury waren u.a. die Anteile von Stummfilmen, von deutschen Produktionen oder von Dokumentarfilmen am Gesamtprogramm des Jahres 2008.
Darüber hinaus vergab der Kinematheksverbund, dem Archive, Kinematheken und Filmmuseen angehören, einen Sonderpreis mit 5.000 Euro, der in diesem Jahr den kreativen Umgang mit Stummfilmen würdigt.
Die jeweiligen Hauptpreise in den vier Kategorien sind mit 4.000 Euro und die zweiten Preise mit 1.000 Euro dotiert. Die jeweils dritten Preisträger erhalten ein Jahresfreiabonnement der renommierten Zeitschriften „epd Film“ und „film-dienst“ sowie eine Ausleihe zu Sonderkonditionen aus den Filmarchiven des Bundesarchivs, des Deutschen Filminstituts - DIF oder der Deutschen Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen.
Die Jury bildeten Peter Claus (Verband der deutschen Filmkritik), Jeanette Eggert (AG Dokumentarfilm), Michael Höfner (AG Verleih), Dieter Krauß (Bundesverband kommunale Filmarbeit) und Ralf Schenk (Kinematheksverbund).
Kategorien
Kategorie I mehr als 500.000 Einwohner
Kategorie II 200.001 – 500.000 Einwohner
Kategorie III 100.001 – 200.000 Einwohner
Kategorie IV 0 – 100.000 Einwohner
Die Preisträger sind:
Kategorie I
1. Preis: Filmmuseum München
2. Preis: Cinémathèque Leipzig
3. Preis: Filmhaus Nürnberg
Kategorie II
1. Preis: Kommunales Kino Lübeck
2. Preis: Caligari FilmBühne, Wiesbaden
3. Preis: Kommunales Kino Freiburg
Kategorie III
1. Preis: Kommunales Kino Leverkusen
2. Preis: Kommunales Kino Pforzheim
3. Preis: Cine k, Oldenburg
Kategorie IV
1. Preis: Kommunales Kino im mon ami, Weimar
2. Preis: Latücht, Neubrandenburg
3. Preis: fabrik.kino 2, Neustrelitz
Sonderpreis Cinémathèque Leipzig
Die Begründungen der Jury finden Sie unten.
Auch 2008 bewiesen die Kommunalen Kinos kuratorisches Geschick, Engagement und Neugier für die anspruchsvolle Filmkunst; sei es für deutsche und europäische Produktionen, den Kinder- und Jugendfilm oder für ungewöhnliche Dokumentar- und selten gezeigte Stummfilme. Ihr Interesse gilt dabei gleichermaßen dem historischen wie dem aktuellen Filmschaffen, das sie im Kontext präsentieren und u.a. mit Einführungen oder Regisseurbesuchen zum Kinoerlebnis machen. Innerhalb der Kulturlandschaft in Städten und Gemeinden zeigen sie sich so als kompetente Zentren der Filmvermittlung.
Der Kinopreis des Kinematheksverbundes wird unterstützt von der Mitteldeutschen Medienförderung
Begründungen
Kategorie I, 1. Preis
Filmmuseum München
Die gestalterisch und inhaltlich äußerst sorgfältigen Programmhefte, die mehr sind als nur Filmbegleitung und deswegen zum Archivieren einladen, machen dieses Filmmuseum zu einem einzigartigen Kommunalen Kino. Die hervorragenden und im Anspruch auf Vollständigkeit vorbildlich zusammengestellten Reihen finden eine entsprechend ausführliche Vorstellung in diesen Publikationen. Das Programm geht weit über das beim Namen Filmmuseum vermutete filmhistorische Spektrum hinaus, in alle Verzweigungen des aktuellen Filmschaffens. München darf sich auch freuen, dass diese hohe qualitative Ambition mit beeindruckendem Erfolg realisiert wird.
Kategorie I, 2. Preis
Cinémathèque Leipzig
Die Cinémathèque Leipzig hat ihre Programmqualität kontinuierlich gesteigert und gehört damit heute zu den besten Kommunalen Kinos. Das breitgefächerte Gesamtprogramm folgt in Anspruch, Konzeption und Umsetzung konsequent der Aufgabe einer öffentlichen Institution der Filmbildung. Dabei reicht das Spektrum von Stummfilmen bis zu den unterschiedlichsten Themen in Dokumentarfilmen. In beiden Bereichen gehört Leipzig auch statistisch zu den Spitzenreitern. Besonders erwähnenswert ist die Reihe „Solo für Licht“, die anhand von Stummfilmen sehr plastisch und mit aktuellen Bezügen Filmsprache analysiert und bewertet.
Kategorie I, 3. Preis
Filmhaus Nürnberg
Mit dem umfangreichsten Programm aller Kommunalen Kinos verfolgt Nürnberg nach wie vor den Anspruch, alle Aspekte, die ein Kommunales Kino zu erfüllen hat, zu berücksichtigen und gehört damit unverändert zu den Spitzenreitern. Dabei geht diese Quantität an keinem Punkt zulasten der Qualität. Besonders herausragend und deswegen unbedingt erwähnenswert ist die gemeinsam mit dem Kommunalen Kino Latücht in Neubrandenburg konzipierte und realisierte Programmreihe „Deutsch-Deutsche Filmwelten“, die im Kinosaal weit mehr zum gegenseitigen Verständnis zwischen Ost und West beitragen kann als manches politische Großprojekt.
Kategorie II, 1. Preis
Kommunales Kino Lübeck
Das Ziel ist klar: Das Kommunale Kino Lübeck will eine erste Adresse sein, wenn es in der Nobelpreisträger- und Hansestadt um Kultur geht. In einem Umfeld, in dem es diese in den letzten Jahren nicht gerade einfach hatte, behauptet sich das Haus nach einer Neuorganisation als Verein mit einer finanziellen Ausstattung, die einer Stadt mit 217.000 Einwohnern nicht angemessen ist. Es behauptet sich so gut, dass es der Jury die Siegerprämie wert war: durch die Klarheit schon des Antrags, die Klarheit des Programmkonzepts und die Klarheit, mit der man die Auseinandersetzung mit dem örtlichen Kinomonopolisten sieht.
Kategorie II, 2. Preis
Caligari FilmBühne, Wiesbaden
Wiesbaden ist nur unwesentlich größer als Lübeck, dieser Kommune ist ihr Kommunales Kino aber das x-fache wert. Für eine „Nebenmetropole“, als die sich die Landeshauptstadt im Rhein-Main-Gebiet behaupten muss, ist das Programm ebenso wie die Präsentation herausragend, und das seit Jahren. Die Jury zeigt sich beeindruckt von der Vielfalt des Angebots und der Umsicht, mit der die Mittel des Hauses verwendet werden, das nächstes Jahr sein zwanzigstes Jahr als städtisches Haus feiern kann.
Kategorie II, 3. Preis
Kommunales Kino Freiburg Freiburg, Du hast es besser. Nicht nur der Wein, das Wetter, die Nähe zum Elsass und der Schweiz sollten einen erwägen lassen, in die Breisgaustadt zu ziehen, sondern auch das Angebot des Kinos im Alten Wiehrebahnhof. Aus einer ansehnlichen finanziellen Ausstattung machen die festen und freien Mitarbeiter das Optimale – und das an einem Ort, wo es an Filmkultur nicht mangelt. Der Jury gefielen die teilweise einzigartigen Programme, wie etwa zum Avantgardefilm. Auch Service und Kommunikation sind vorbildlich. Dies zeigt sich auch an der guten Auslastung, die für eine große Akzeptanz vor Ort steht.
Kategorie III, 1. Preis
Kommunales Kino Leverkusen
Die einstimmig von der fünfköpfigen Jury gefällte Entscheidung wurde wesentlich beeinflusst von der breit gefächerten Fülle des Angebots unter auffallender Beachtung von Zuschauerinteressen, von der ausgesprochen originellen Präsentation, bei der „Inhalt und Verpackung“ durchweg eine gelungene Einheit bilden, und von der Vielfalt der Kooperationen mit verschiedenen Partnern. Nicht zuletzt erfreut die spürbare Lust der Programmgestaltung. „Honoriert“ wird mit dem Preis zudem die hier ersichtliche Weiterentwicklung der Programmkonzeption, die nicht auf einem einmal erreichten Erfolg verharrt.
Kategorie III, 2. Preis
Kommunales Kino Pforzheim
Hier werden sogar eingefleischte Filmfans angenehm überrascht. Im Besonderen hat die überzeugende Kreativität das auch in diesem Fall einstimmige Jury-Votum beeinflusst. Hier erfreut zudem in hohem Maße das Engagement für den Kinderfilm fern des Alltäglichen. Auch für das Kommunale Kino Pforzheim gilt: ein Team, dessen Kreativität überzeugt.
Kategorie III, 3. Preis
Cine k, Oldenburg
Der dritte Preis in der Kategorie III für die geleistete Arbeit im Jahr 2008 geht, ebenfalls in einstimmiger Entscheidung, an das Cine k in Oldenburg. Die Vielfalt des Angebots fern vom Durchschnittlichen und die geistreiche Präsentation führten insbesondere zu der Entscheidung – verbunden mit der Hoffnung der Jury-Mitglieder, mit der Ehrung auch zu ein wenig mehr Mut zum Risiko zu motivieren.
Kategorie IV, 1. Preis
Kommunales Kino im mon ami, Weimar
Mit 927 Veranstaltungen und 17.526 Besuchern führt das Kino im mon ami in Weimar die Hitliste unter den zehn Mitbewerbern in seiner Kategorie an, wobei die Auslastung sich mit 27% im guten Mittelfeld bewegt. Schließlich befindet sich das Kommunale Kino in guter kultureller, aber auch konkurrenzträchtiger Gesellschaft von Goethe, Schiller, Deutschem Nationaltheater, Zwiebelmarkt, Thüringer Wald & Co. Da gilt es ein erstklassiges Programm anzubieten, um möglichst viele Weimarer, deren Kinder und die neu hinzugezogenen Bauhaus-Uni-Studenten hinter den Öfen und Computern hervorzulocken - was dem Kino aber auch wieder im Spieljahr 2008 ohne Wenn und Aber gelungen ist. Besonders hervorzuheben ist das Engagement des Kinos bei der Präsentation von europäischen, insbesondere deutschen Produktionen, Dokumentarfilmen und Kinderfilmen. Ein Highlight bildet der 2007 gegründete Kinderfilmclub 8½, der im Herbst 2008 seinen ersten eigenen Kurzfilm drehte und zum 10jährigen Geburtstag des Kinos Anfang 2009 uraufführte. Herzlichen Glückwunsch – auch noch nachträglich!
Kategorie IV, 2. Preis
Kino Latücht, Neubrandenburg
Es war ein turbulentes Jahr 2008 für das Latücht in Neubrandenburg, denn trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten und Schließungszeiten, trotz Kürzung kommunaler Mittel und Mindereinnahmen wurde Kino gemacht für Groß und Klein, Jung und Alt, fernab von kultureller Ballung und Überfluss. Das erfordert Mut und Durchhaltevermögen. Die Kinomacher des Latücht Neubrandenburg wagten es. Besonders hervorzuheben ist neben dem starken Engagement im Kinder- und Jugendmedienbereich die mittlerweile in die vierte Staffel gehende Filmreihe „Deutsch-Deutsche Filmwelten“ in Kooperation mit dem Filmhaus Nürnberg – ein Beispiel für die Nutzung von Synergien. Ein Happy End für den Fortbestand des Latücht ist allerdings noch nicht in Sicht. Macht trotzdem weiter!
Kategorie IV, 3. Preis
fabrik.kino 2, Neustrelitz
Sie geben es selbst zu: Sie haben 2008 keinen einzigen Stummfilm gespielt und nicht über die Nouvelle Vague oder den italienischen Neorealismus parliert. Es gab oft nur wenige Besucher pro Vorstellung, die Kinderkinovorstellungen mussten verlegt werden und die Kinotechnik ist eher auf einem bemitleidenswerten Niveau. Und weder Uni noch Fachhochschule sind in der Nähe. Und trotzdem halten sie das Fähnchen der Filmkunst aufrecht in einer wundervollen, aber doch recht menschenleeren und karriereresistenten Gegend. Ja, sie steigerten sogar den Anteil beim Vorführen von deutschen Filmen und Dokumentarfilmen. Sie reden immer über die vorgeführten Filme, laden immer wieder Filmemacher ein und versuchen, die Zuschauer dort abzuholen, wo sie sich mit ihren Interessen und Bedürfnissen gerade befinden. Dabei werden möglichst viele regionale Partner eingebunden. Doch auch dieses Kino ist immer wieder von Kürzungen bedroht, obwohl es erheblich zur Programmvielfalt und Lebensqualität der Menschen mitten in „Meck-Pomm“ beiträgt.
Sonderpreis
Cinémathèque Leipzig
Mit diesem Preis wird das Programm “Solo für Licht” geehrt, das über einen Zeitraum von zwei Monaten rund zwanzig stumme und weitgehend dialogfreie Filme von 1919 bis 2007 vereinte. Damit schlug “Solo für Licht” einen Bogen von Murnaus “Nosferatu” bis Béla Tarrs “Satanstango”, erinnerte an Vergessenes und Verdrängtes, hob verloren geglaubte Schätze und brachte Unbekanntes ans Licht. An mehreren Spielorten, unter anderem im Leipziger GRASSI Museum und in der Schaubühne Lindenfels, wurde nach der Kraft der Bilder und der Montage geforscht, begleitet von klassischen Kinoorgeln und avantgardistischer Livemusik. Für die Zuschauer bedeutete dieses Programm ein anspruchsvolles ästhetisches Vergnügen, eine Reise in die Film- und Zeitgeschichte, eine Herausforderung, sich auf das einzulassen, was Kino vor allem bedeutet: die Kunst des bewegten Bildes. Abseits konventioneller Wege im Umgang mit dem Stummfilm eröffnete “Solo für Licht” die Gelegenheit, das Medium Film neu und wieder zu entdecken. Ein überzeugendes Konzept für ein begeisterungsfähiges, hellwaches Publikum.
Qualitätslabel
Neun Kriterien kultureller Kinoarbeit
Die folgenden neun Kriterien definieren den unverzichtbaren Bildungs- und Kulturauftrag Kommunaler Kinos.
Kino machen ist eine Kunst
Das Kommunale Kino zeichnet sich durch eine Programmkonzeption aus, hinter dem Jahres- wie auch dem Monatsprogramm steht ein Gesamtkonzept. Kinomachen ist eine kuratorische Arbeit, eine künstlerische, kreative, inhaltliche Praxis: Kinomachen ist eine Kunst. Das Programm verbindet Altes und Neues, Östliches und Westliches, kümmert sich besonders um das deutsche und europäische Filmschaffen, vergisst die "Filme des Südens" aus Afrika, Asien und Lateinamerika nicht und widmet sich allen Genres gleichermaßen. Die Filme werden i.a.R. nicht isoliert präsentiert, sondern in einen Kontext eingebettet.
Avantgarde
Kommunale Kinos sind Kinos mit Mut zum Experiment. Seit jeher sind sie Vorreiter für neue - oft intermediale - Präsentations- und Kinoformen und zeigen sich aufgeschlossen gegenüber neuen Techniken. Sie sind erste wichtige Station für den Filmnachwuchs.
Gedächtnis des Films
Kommunale Kinos sind Garanten für die lebendige Vermittlung von Filmgeschichte und Bewahrer des filmischen Gedächtnisses. Sie entwickeln immer wieder innovative und originelle Modelle, um Filmgeschichte professionell im attraktiven Rahmen zu präsentieren. So halten sie nicht nur die Geschichte des Films präsent, sondern machen gleichzeitig die politische, wirtschaftliche und soziale Geschichte einer Stadt, Region oder eines Landes unmittelbar erlebbar.
Schule des Sehens
Das Kommunale Kino ist eine unersetzbare "Schule des Sehens". Wir alle lernen in der Schule Lesen, Rechnen und Schreiben, aber nicht Sehen bzw. die für unser audiovisuelles Zeitalter so typische Kombination aus Sehen und Hören. Das Kommunale Kino leistet hier durch mannigfache medienpädagogische Aktivitäten ein Programm audiovisueller Alphabetisierung und fördert so die Medienkompetenz aller Altersstufen. Das Kino als primärer Ort der Filmbildung wird zum Lernort für Kinder und Erwachsene, Schüler und Lehrer.
Kino, das verbindet
Kommunale Kinos sind ein Treffpunkt, ein Ort der Kommunikation, des Diskurses zwischen Kinomachern und Publikum, zwischen Publikum und Filmemachern sowie der Besucher untereinander. Kommunale Kinos sorgen dafür, dass Kino sich auch als Ort der Begegnung und des Austauschs weiterentwickelt.
Kino für alle
Das Kommunale Kino ist "Kino in der Stadt für die Stadt". Es ist den sozialen, politischen und ästhetischen Interessen der Menschen zugewandt, sein Programm ist eng mit der lokalen, regionalen und historischen Kulturlandschaft verbunden. Dazu gehören auch umfangreiche Service-Funktionen für die Stadt. Kommunale Kinos erfüllen durch interkulturelle Kooperationen mit anderen Kultureinrichtungen, Institutionen oder Vereinen einen wichtigen kulturpolitischen Auftrag.
Kino mit Haltung
Kommunale Kinos greifen aktuelle gesellschaftspolitische Themen auf, mischen sich engagiert als Akteure ein und beziehen Stellung. Sie integrieren unterschiedliche Zuschauerkreise und Kooperationspartner. Innerhalb der Kommune wirken sie so integrativ, interkulturell und partizipativ.
Kino mit Format
Die technischen Standards Kommunaler Kinos sind hoch angesetzt. Oft verfügen sie als einzige Kinos einer Stadt über die technische Ausstattung und das Know How, alle Formate, vom Stummfilm bis zur neuen digitalen Technik, korrekt präsentieren zu können. So fungieren die Kommunalen Kinos als Schnittstelle zwischen klassischer Filmkunst und Neuen Medien.
Kino mit Kompetenz und Leidenschaft
Professionalität und Leidenschaft. Kommunale Kinomacher zeichnen sich durch Kompetenz in Theorie und Praxis aus und bilden sich ständig weiter. Charakteristisch sind ihre Leidenschaft fürs Kino und ihre Liebe zum Film. Ihr Kino ist ein Kino mit Gesicht; sie suchen und pflegen den persönlichen Kontakt zu ihren Besuchern.
Worin besteht die Aufgabe Kommunaler Kinos?
Gisela Gerst, stellvertretende Vorsitzende des BkF, antwortet im aktuellen Medien-Newsletter der Region Stuttgart "in medias res".
Digitalisierung der Filmtheater
Der Bundesverband kommunale Filmarbeit begrüßt die Initiative von Staatsminister Bernd Neumann zur flächendeckenden Digitalisierung der deutschen Kinolandschaft.
aus dem Newsletter der FFA:
Der Verwaltungsrat der FFA hat in seiner 179. Sitzung am 19. Juni in Berlin einen Beschluss zur flächendeckenden Digitalisierung der deutschen Kinolandschaft gefasst. Das oberste Gremium der FFA griff damit eine Initiative von Staatsminister Bernd Neumann auf, die er in der heutigen Sitzung vorgestellt hat.
Ziel dieser Initiative ist auch die Beilegung der gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen einigen Kinobetreibern und der FFA. Der Vorschlag beinhaltet zudem die Überprüfung des FFG 2009 im Hinblick auf die Abgabegerechtigkeit der Zahlergruppen untereinander. Mit dem Beschluss sprach sich der Verwaltungsrat für eine Strukturhilfe zu Gunsten der Kinobetreiber mit dem Ziel einer flächendeckenden Digitalisierung aus. Er beauftragte den FFA-Vorstand - unter Einbeziehung aller Sparten sowie des Bundes und der Länder - dem Verwaltungsrat bis zur nächsten Sitzung am 1. Oktober ein beschlussfähiges Finanzierungs- und Umsetzungskonzept vorzulegen. Der Verwaltungsrat ist bereit, zur Anschubfinanzierung der beabsichtigten Maßnahme bis zu 40 Mio. Euro aus Mitteln der FFA innerhalb der nächsten 5 Jahre zur Verfügung zu stellen. Die Mitglieder des Verwaltungsrates machten deutlich, dass sie von den Filmtheaterbetrieben – als Grundlage für die Finanzierbarkeit – die Rücknahme der Klagen und die vorbehaltslose Zahlung der Abgabe erwarten. Der Verwaltungsrat begrüßte die Ankündigung von Staatsminister Neuman, sich darum zu bemühen, dass zusätzliche öffentliche Mittel bereit gestellt werden können.
Positionspapier zur Digitalisierung
Im Rahmen des Bundeskongesses der Kommunalen Kinos 2008 stellten die Kommunalen Kinos einen Forderungskatalog (s. unten) für den Runden Tisch zur Digitalisierung auf, zu dem am nächsten Tag, dem 2. Juni 2008, der BKM (Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien) nach Berlin eingeladen hatte. Darin heißt es u.a., dass die Kommunalen Kinos als eigene Kategorie mit rund 100 Kinos in den digitalen Roll-Out einzubeziehen sind und als so genannte Hybrid-Kinos ausgestattet werden müssen, um - gemäß ihrer öffentlichen Aufgabe - auch in Zukunft alle analogen und digitalen Formate präsentieren zu können. Aufgrund ihres Kultur- und Bildungsauftrages müsse ihnen beim Digitalisierungsprozess eine weitaus größere Unterstützung durch die öffentliche Hand zukommen als den rein gewerblichen Sälen. Denn sie sind u.a. die primären Präsentationsorte für den jungen unabhängigen (Nachwuchs-)Film, der schon jetzt haupt-sächlich digital produziert wird.
Der Bundesverband kommunale Filmarbeit stimmt einer Gesamtbranchen-Lösung für den digitalen Roll-Out nur dann zu, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
Positionspapier zur Digitalisierung
Die Kommunalen Kinos werden in den digitalen Roll-Out einbezogen.
Die Kommunalen Kinos werden mit ihrem kulturellen Auftrag anerkannt und nicht unter "Sonderformen", sondern als eigene Kategorie geführt.
Die Kommunalen Kinos werden als Hybrid-Kinos ausgestattet, um alle analogen und digitalen Formate präsentieren zu können.
Die Kommunalen Kinos erhalten freien Zugang für den alternativen Content und volle Kompatibilität für andere Zuspielerquellen.
Die Kalkulation der Gesamtlösung berücksichtigt besondere bauliche Kosten für den Hybrid-Standard.
Die Kommunalen Kinos werden aufgrund ihres Kultur- und Bildungsauftrags in höherem Maße bei der Unterstützung durch die öffentliche Hand berücksichtigt als
der rein gewerblich/kommerzielle Teil der Branche.
Hinsichtlich der Sicherung des Filmerbes fordern wir, dass die digital produzierten Werke auch in Zukunft den Archiven und den Kinos zur Verfügung stehen.
Für den analogen Filmbestand muss mindestens ein Kopierwerk in Betrieb gehalten werden, denn die Sicherung des Filmerbes auf digitalen Trägermedien ist auf lange Sicht noch nicht gesichert.
In unserer Funktion als "Kinomuseum" müssen wir gleichermaßen Filme in ihrem ursprünglichen Originalformat präsentieren können.
Beim digitalen Roll-Out wird ebenfalls berücksichtigt:
dass es bei dem 100er-Modell einer differenzierteren Betrachtung bei der Kostenbeteiligung der Kommunalen Kinos und Arthouse-Kinos bedarf.
dass viele Filmarchive bereits jetzt die Möglichkeiten der digitalen Restaurierung nutzen und sich dann auf digitale Formate für die Kinopräsentation umstellen.
der junge, unabhängige Film und Werke des Filmnachwuchses, die wesentliche Bestandteile des Programms Kommunaler Kinos sind, schon jetzt hauptsächlich auf digitalen Trägerformaten produziert werden.
dass Kommunale Kinos auch Erstaufführungen im Arthouse-Bereich präsentieren, um substantielle Lücken im Filmangebot abzudecken. (z.B. strukturschwache Regionen).
Nach internen Schätzungen gehen wir von maximal 100 kommunalen Kinosälen aus, die digital aufgerüstet werden müssen.
Online-PR-Seminar zum Thema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Im Rahmen der Kampagne "Kino. Dafür werden Filme gemacht." wird unter der Regie der Agentur ZPR das Online-PR-Seminar zum Thema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt. Der erste und zweite von insgesamt sieben monatlich erscheinenden Bausteinen des Seminars sind jetzt online und können kostenlos downgeloaded werden.
"Einführung und die wichtigsten PR-Maßnahmen im Überblick"
Online_Seminar_01.pdf
Fortsetzung: "Die wichtigsten PR-Maßnahmen im Überblick sowie Hinweise zu Pressetexten und -bildern."
Online_Seminar_02.pdf
Praxisbeispiel
Praxisbsp_Baustein_02.pdf
Dritter Baustein: "Anlässe zu Berichterstattung"
Online_Seminar_03.pdf
Vierter Baustein: "Der Umgang mit Journalisten"
Online_Seminar_04.pdf
Fünfter Baustein: "PR-Kooperationen"
Online_Seminar_05.pdf
Sechster Baustein: "Krisenkommunikation"
Online_Seminar_06.pdf
Siebter Baustein: "interne Kommunikation"
Online_Seminar_07.pdf
Falls Sie sich für das Seminar interessieren, senden Sie bitte eine E-Mail an christina.sattler@z-pr.de. So können Sie ggf. auch direkt angesprochen werden, falls es noch zusätzliche Informationen gibt.
Ansprechpartnerin: Christina Sattler, http://www.z-pr.de
Menschliches Versagen
In Kooperation mit der Sentana Filmproduktion präsentiert der Bundesverband kommunale Filmarbeit bis Ende des Jahres in einer Tournee durch die Kommunalen Kinos Michael Verhoevens neuen Dokumentarfilm Menschliches Versagen. Der Regisseur ist gerne bereit, einzelne Kinovorführungen zu besuchen und mit dem Publikum zu diskutieren.
REGISSEUR MICHAEL VERHOEVEN ÜBER DEN FILM:
Was man beschönigend die "Arisierung" nennt, ist in Wahrheit einer der größten Raubzüge des 20. Jahrhunderts, begangen an einem Teil der eigenen Bevölkerung. Es war nicht die "Gestapo", die in die jüdischen Wohnungen eindrang, um den gesamten Besitz zu beschlagnahmen vom Bankkonto bis zur Unterwäsche. Es waren deutsche Finanzbeamte. Großes ging an die Finanzbehörden, Kleines über "Versteigerungen aus nichtarischem Besitz" an die lieben Nachbarn. Darum geht es in unserem Film.
Prof. Wolfgang Dreßen von der Universität Düsseldorf ist schon lange auf der Spur von Akten, in denen die genauen Einzelheiten der verschiedenen Enteignungsvorgänge beschrieben und belegt werden. Weil die Enteignung teilweise in Gestalt von Steuern vorgenommen wurd, befinden sich die Unterlagen in den Steuerakten der enteigneten Personen. Dieser Umstand hat es den Nachkriegsbehörden erleichtert, diese Enteignungsakten unter Verschluss zu halten - unter Berufung auf das Steuergeheimnis. Die Alliierten haben sich für die Steuerakten offenbar nicht interessiert. Die Banken waren nicht aufgefordert, die Unterlagen aufzudecken. Die Beweislast lag bei den Opfern. Durch einen anonymen Hinweis konnte Prof. Dreßen ca. 2000 Akten in der Oberfinanzdirektion Düsseldorf dingfest machen. In einer Wanderausstellung, stellt er die wichtigsten Unterlagen dieser Akten aus. Die Oberfinanzdirektion Köln hat vergeblich versucht, die Namen der Opfer in den ausgestellten Akten zu schwärzen.
In Amerika lebende Nachkommen einer enteigneten und deportierten Familie haben nach der Veröffentlichung der Kölner Akten durch Prof. Dreßen erstmals das Schicksal dieser Opfer in Erfahrung gebracht. Im Münchner Staatsarchiv (Leitung Dr. Bernhard Grau) ist erst ein Drittel der vor kurzem aufgetauchten Enteignungsakten "verzeichnet". Sie stellen für Historiker ein neues Forschungsbiet dar. Wir haben jüdische Zeitzeugen ausfindig gemacht, die die Beraubung ihrer Familien als Kinder oder junge Erwachsene miterlebt haben. Heute sind sie alt und berichten von ihren Erfahrungen. Die Betroffenen empfinden keinen Hass, sprechen nicht von "Schuld", nur von "Menschlichem Versagen".
Wissenschaftler wie der Historiker Götz Aly, der Historiker und Archivar Andreas Heusler und die Genealogin und Holocaust-Expertin Cornelia Muggenthaler geben den historischen Hintergrund.
Menschliches Versagen
Regie: Michael Verhoeven • Buch: Luise Lindermair, Michael Verhoeven • Schnitt: Gabriele Kröber, BFS • Kamera: Britta Becker, Matthias Boch, Joseph McCarthy, Jokl Hausleitner • Ton: Markus Stoffel, Martin Noweck, Robert Gongoll, Gregor Kuschel, Robert Poss, Walter Fiklocki • Musik: Sami Hammi • Regieassistenz: Luise Lindermair • Postproduktion: Michael Sänger Film • Farbkorrektur: Jürgen Pertack • Mischung/Sounddesign: Sören Blüthgen • Produktionsleitung: Magnus Augustin • Filmgeschäftsführung: Johanna Kohtz • Produktionsassistenz: Barbara Bauermeister, Nina Nun, Sylwia Pawluczuk • Förderung: Filmstiftung Nordrhein-Westfalen, Andrea Baaken, Claudia Droste-Deselaer,s FilmFernsehFonds Bayern, Gabriele Pfennigsdorf • Redaktion: Beate Schlanstein (WDR), Hubert von Spreti (BR) • Land/Jahr: D 2008 • Länge: 90 min • Format: DVD • Produktion: Sentana Filmproduktion
Irène Schweizer
Neu im BkF-Verleih
Neu in seinem Verleih hat der Bundesverband kommunale Filmarbeit den Film "Irène Schweizer" von Gitta Gsell - dieses stimmungsvolle Porträt der eigenwilligen und international renommierten Jazz-Pianistin aus der Schweiz, die aktiv an den großen politisch-kulturellen Veränderungen der letzten 50 Jahre teilgenommen hat. Dank Ute Mader können wir damit unsere mit "Namibia Crossings" begonnene Zusammenarbeit mit der Schweizer Produzentin Franziska Reck fortsetzen.
"Wenn es den Jazz nicht gäbe,wäre ich keine Musikerin."
Musik ist ihr Leben, das wusste sie schon als Zwölfjährige. Als Irène Schweizer dann in den 50er Jahren als Pianistin in Zürich auf die Bühne trat, war sie eine kleine Sensation. Frauen sangen und tanzten, aber spielten nicht Jazz! Der Flügel war ihr Begleiter und ihre Inspiration in den verrauchten Jazzlokalen der 60er, im politischen Aufbruch der 70er, in der Frauenbewegung der 80er Jahre. Wenn sie ihn mit Armen und Ellenbogen als Schlaginstrument gebrauchte, war das Publikum nicht nur begeistert. Doch ihre radikalen Ideen, ihr Mut und ihre Offenheit für neue Einflüsse haben ihre Auftritte bis heute zu faszinierenden Erlebnissen gemacht.
Der Flügel, mein Begleiter
"Dort steht er, der Flügel, und erwartet sie. Eine Frau, die seit über 40 Jahren den Flügel ihren Begleiter nennt, Freud und Leid mit ihm teilt, von ihm inspiriert wird und diese Inspiration mit ihm auslebt. Ganz selten macht sie einen Seitensprung und setzt sich ans Schlagzeug. Freundschaften und Beziehungen mussten sich immer einen Platz neben der Musik erkämpfen, zwischen den Terminen im Ausland, zwischen Proben, zwischen Inspiration und Kreation. Immer war es die Musik, die zu Höhenflügen inspirierte, manchmal gefolgt von tiefer Einsamkeit. Musik war und ist ihr Leben.
Ich weiss nicht mehr genau, wann ich Irène zum ersten Mal spielen hörte. Ich weiss nur noch, dass ich begeistert war. Sie ist in der Schweizer Jazz-Szene eine Ausnahme eine Instrumentalistin. In den 50ern haben Frauen vor allem gesungen, Irène hat bereits als junge Frau einen ersten Preis als Pianistin am Amateurjazzfestival in Zürich erhalten. Die Stimmungen in den verrauchten Jazzlokalen der 50er und 60er Jahre, die politische Aufbruchstimmung in den 68ern und die Frauenbewegung in den 80er Jahren, haben mich fasziniert. Irène improvisierend am Klavier: Ellbogen auf Tasten, hämmernde, schleifende Finger hacken und sausen darüber. Im Innern des Flügels zerrt und zupft sie an den Saiten.
Ausnahmeerscheinung
Mit ihrer Biographie und ihrer alternativen Lebenshaltung ist Irène in der Schweiz eine Ausnahmeerscheinung. Sie hat mich als kreativ arbeitende Frau interessiert und inspiriert, diesen Film zu machen. Gut zehn Jahre älter als ich, ist sie für mich auch eine Vorreiterin in der Frauenbewegung und eine der wenigen weiblichen Figuren in der kreativen Schweizer Szene 63jährig, musikalisch im Jazz verwurzelt und mittlerweile einzuordnen im Instant Composing und in der improvisierten Musik, international bekannt." (Gitta Gsell)
Feminist Improvising Group
Mitte der 70er Jahre lernt Irène Schweizer die britische Musikerin Lindsay Cooper kennen, die im Umfeld der progressiven englischen Rockmusik um Henry Cow spielte. Aus dieser Bekanntschaft entsteht die bahnbrechende Frauenband Feminist Improvising Group mit Lindsay Cooper, Maggie Nicols, Georgie Born, Irène Schweizer, Sally Potter.
Die Zusammenarbeit mit Musikerinnen wird nun ein wichtiger Teil der künstlerischen Arbeit von Irène Schweizer. Wie kaum eine andere Musikerinnenpersönlichkeit prägt Irène Schweizer die musikalische Frauenbewegung. 1983 gründet sie die European Womens Improvising Group. Seit den 90er Jahren spielt sie regelmäßig im Frauentrio Les Diaboliques mit der britischen Sängerin Maggie Nicols und der französischen Bassistin Joëlle Léandre oder im Duo mit der Zürcher Saxophonistin Co Streiff. 1986 beteiligt sich Irène Schweizer an der Organisation des ersten Frauen-Jazzfestivals in der Schweiz, dem Canaille-Festival in der Roten Fabrik in Zürich.
Many and One Direction
Die Suche nach ihrem eigenen musikalischen Ausdruck sowie der Mut, sich von festgefügten musikalischen Normen frei zu machen und sich nicht an konventionellen Standards messen zu lassen (musikalischen, ideologischen, geschlechtsspezifischen), charakterisieren bis heute Irène Schweizers künstlerische Arbeit.
Many and One Direction nennt Irène Schweizer eine ihrer wichtigen Solo-Aufnahmen nach einem Bild der Schweizer Künstlerin Sonja Sekula. Darüber schreibt die Musikredakteurin Lislot Frei: "Many and One Direction: Irène Schweizer geht in viele Richtungen und verliert doch die Richtung nicht. Mit klarem Kopf findet sie sich im Gewirr der Einflüsse, Traditonen und Stile zurecht. Was auch immer sie spielt, ihre Handschrift ist unverkennbar. Es ist konzentrierte musikalische Erfahrung von vierzig Jahren. Klare, schnörkellose, spielerische, geradlinige, humorvolle Musik. So spielt sonst keine."
Improvisation als Lebenskunst
"Gsell präsentiert ein dichtes Filmproträt der Pianistin Irène Schweizer, die aus dem Prinzip der Improvisation eine Lebenskunst gemacht hat. Durch die geschickte Anordnung des Materials, auch schöne Alltagsimpressionen gehören dazu, werden wichtige Kontinuitätslinien in Schweizers Schaffen offen gelegt. Ton und Bild erhalten so eine neue Brisanz."
Aargauer Zeitung
Unverzichtbar für alle Jazz-Freunde
"Die Zürcherin Gitta Gsell zeichnet in ihrem sensiblen Filmporträt den Lebensweg der berühmten, heute 63jährigen Freejazzpionierin nach. In Schaffhausen aufgewachsen, entwickelte Irène Schweizer in den 1960ern ihre Leidenschaft für den Freejazz. Der Film zeigt, wie die Klavierspielerin mit ihren widerborstigen Kaputtspiel-Tönen vorerst aneckte, erzählt von einer unangepassten Frau, die sich inmitten von Protestbewegungen tummelte. Ein Dokumentarfilm über ein ungewöhnliches Frauenleben ganz und gar unverzichtbar für alle Jazzfreunde."
Tages Anzeiger
Witzige Bilddokumente
Hervorragend gelingt es der Regisseurin und Drehbuchautorin Gsell, die gesellschaftlichen Umstände und die daraus geronnene Kunst in einen plausiblen Kontext zu stellen. Ganz getreu der Lebensphilosophie der Musikerin Irène Schweizer, das Leben und die Musik gleich leidenschaftlich zu lieben. Das chronologisch gegliederte Bildermosaik glänzt überdies durch überraschend witzige Bilddokumente.
Arthouse Movie News
Irène Schweizer
Regie und Buch: Gitta Gsell Kamera: Hansueli Schenkel 2. und 3. Kamera: Peter Volkart, Gitta Gsell, Kamal Musale, Matthias Kälin Montage: Kamal Musale, Gitta Gsell Musikalische Beratung: Juliana Müller Ton: Dieter Meyer Sound Design: Christian Beusch Sprecher: Gilles Tschudi Produzentin: Franziska Reck Produktion: RECK Filmproduktion mit: Irène Schweizer (Piano, Drums), Fred Anderson (Sax), Jürg Wickihalder (Sax), Hamid Drake (Drums), Louis Moholo (Drums), Pierre Favre (Drums), Co Streiff (Sax), Joëlle Léandre (Bass), Maggie Nicols (Vocals), La Lupa (Vocals), Han Bennink (Drums), Rosmarie A. Meier u. Patrik Landolt (Intakt Records), Marianne Regard, Niklaus Troxler (Jazzfestival Willisau), Mpumi Moholo, Jost Gebers (FMP Free Music Productions), Rosina Kuhn (Kunstmalerin) Land/ Jahr: Schweiz 2005 Format: DVD Länge: 75 min (plus Specials "Jazzfestival Willisau" 22 min und "Moods Zürich" 34 min Fassung: Original mit dt. Untertiteln
Namibia Crossings
Der Bundesverband kommunale Filmarbeit hat den Film "Namibia Crossings" von Peter Liechti - diese Liebeserklärung an die (Welt)Musik und an das Land Namibia - neu im Verleih. Wir verfügen dank Ute Mader über eine deutsch untertitelte Originalfassung und umfangreiches Werbematerial. Liechtis Film ist ein "Soundgedicht", das mit vielen Stellen glänzt, in denen "kurz ein Engel durch den Kinosaal" geht. "Unterwegs sein. Fremden und Fremdem begegnen. Pittoreske Landschaften entdecken. Musik und Geräusche. Dazu: schnurrige Gedanken (...): Das sind die Filme von Peter Liechti." (Filmbulletin)
Zum Inhalt
12 Musiker und Sängerinnen aus Namibia, Zimbabwe, der Schweiz und Russland, die "Hambana Sound Company", gehen zusammen in Namibia auf Konzerttournee. 12 verschiedene Träume unterwegs in einem Land, das sich genauso wie das frisch gegründete Ensemble von Grund auf neu erfinden muss: Namibia, ehemals Deutsch-Südwestafrika. Die gemeinsame Suche nach den tieferen Quellen von Musik wird mehr und mehr zur Grenzerfahrung jedes Einzelnen, vor allem durch die Begegnung mit den lokalen Musikgruppen in den abgelegenen Provinzen - euphorische, traurige, heftige Begegnungen...
"Namibia Crossings" ist die Reise durch ein Land von archaischer Schönheit, voller bizarrer Gegensätze - stetes Echo auf die Polyphonie der seelischen Landschaften, gebildet aus den Hochs und Tiefs des Ensembles. Das Wort "Hambana" steht für Ausgelassen-Sein, Nicht-an-irgendwelche-Grenzen-oder-Konventionen-gebunden-Sein.
Filmen ist Musik machen
Interview mit Peter Liechti
Würden Sie "Namibia Crossings" als Musikfilm bezeichnen?
Nein, Musik ist zwar der Aufhänger, das Mittel, das uns zu den Menschen transportiert, sie ist auch der rote Faden, der durch den Fiml führt, aber sie ist nicht das Zentrale. Sie ist vielmehr eine der diversen Ebenen in dieser mit Abstand vielschichtigsten Arbeit in meiner Filmografie.
Ihre oftmals frei assoziierende Art der Montage erinnert mich an improvisierte Musik.
Das ist richtig, denn im Grunde genommen mache ich Filme, weil ich keine Musik machen kann. Ich wäre eigentlich lieber Musiker geworden, aber damals, in meiner Jugend, waren die Bedingungen einfach nicht so, dass ich diesen Weg hätte einschlagen können. Und Film ist für mich das Medium, das Musik am nächsten steht, weil es sich ebenfalls in einem zeit-räumlichen Gefüge abspielt, wo die Begriffe Komposition und Rhythmus eine zentrale Rolle spielen, wo es Ouvertüren und Epiloge gibt etc. (...) Und so habe ich bereits in meinen allerersten Film, den Experimentalfilm "Sommerhügel" aus dem Jahr 1984, meine gesamte Lieblingsmusik, alles Jazz, hineingepackt. Und ich bin seither diesen Weg gegangen; alle meine Filme haben starke Tonspuren, und ich filme so, als ob ich Musik machen würde.
"Namibia Crossings" ist ein Film geworden, wo neben der Musik und den musikalischen Begegnungen das Vermitteln der sozialen Realität eines afrikanischen Landes mit einer extrem hohen Aids-Rate eine wichtige Rolle spielt. Ist der Grundton dabei nicht etwas gar optimistisch geraten?
Das mag sein, hat aber damit zu tun, dass man in Namibia fast nie eine Atmosphäre antrifft, die einen depressiv macht. Es gibt einen enormen Lebensmut bei diesen Menschen, möglicherweise hat das mit dem Licht zu tun: Man kann sich in das dunkelste Eck verkriechen, und trotzdem kommt noch irgendein Lichtstrahl herein, es ist einfach nirgends dunkel. (...) Und dennoch gibt es eine enorme Traurigkeit bei vielen Leuten; es haben ja so viele ihre Verwandten, Partner oder Freunde durch diese Aids-Epidemie verloren. Aber die Leute wissen andererseits auch, dass Tod und Leben so nahe beieinander sind. Und daraus kommt dann wieder dieses für uns oft unverständliche "Just enjoy it". (Zürichsee-Zeitung v. 1.10.2004)
Pressestimmen
Einer der stimmungsvollsten Filme, die in Namibia gedreht worden sind. Namibia steckt voller verborgener Melodien und Rhythmen man muss nur das Auge haben, sie zu sehen, sagt uns die Kamera.
Allgemeine Zeitung älteste Tageszeitung Namibias
Namibia Crossings begleitet die Hambana Sound Company, eine multinationale Musiktruppe, die afrikanische mit westlichen Sounds fusioniert, auf einem Konzerttrip durch Namibia. Liechtis Perspektive zielt aber über diesen 'Auftrag hinaus: Sein Roadmovie befragt über Landschaftsaufnahmen, Aufenthalte bei indigenen Völkern, aber auch über den off-Kommentar die eigene Haltung gegenüber dem Kontinent, die Sehnsucht nach dem Anderen. Die Utopie des Musikprojekts bleibt indes uneinholbar Spannungen unter den Künstlern treten auf, die Instrumente erklingen immer öfter solo, und die Reise zerfällt in Momente. Genau diese Realität macht Namibia Crossings aber so aufschlussreich wie aufrichtig!
DER STANDARD WIEN
Ein Bild bleibt unvergesslich: In einer Geisterstadt, in einem unter Dünen versinkenden Haus entlockt der Akkordeonist seinem Instrument einen letzten Seufzer, ein Ausatmen, das dem Wind aus der Wüste antwortet und dem Sand der Zeit.
LHÉBDO
Namibia Crossings
Regie und Buch: Peter Liechti; Kamera: Peter Guyer, Peter Liechti; Schnitt: Loredana Cristelli; Musik: Hambana Sound Company; Sunshine Kids, Epukiro; The San Musicians, Tsumkwe, Lovers Band, Mariental, Freedom Gospel Singers, Lüderitz; Ton: Dieter Meyer; Mischung und Sound Design: Christian Beusch; Produktion: Franziska Reck; Land/Jahr: Schweiz 2004; Format: 35mm, 1:1,85, Farbe; Länge: 90 Min.; Fassung: Originalversion (Englisch, Deutsch, Afrikaans, Nama, Damara, San) mit deutschen Untertiteln
Festivals
Visions du réel, Nyon
Eröffnungsfilm & Wettbewerb (4/2004)
Zimbabwe International Film Festival
Wettbewerb (8/2004)
Swiss American Film Festival New York
11/2004
Festival dei popoli, Firenze
Wettbewerb (11/2004)
40. Solothurner Filmtage
1/2005
FESPACO Ouagadougou
2/2005
Wild Cinema Windhoek International Film Festival
4/2005
14. Internationales Film Festival Innsbruck
6/2005
Schweizer Filmpreis 2005
Nominiert als bester Dokumentarfilm
Hard Goodbyes: My Father
Neu im BkF-Verleih
Ein herausragender Film von erstaunlicher Kraft, der eine Geschichte über das Erwachsenwerden reicher und origineller als die meisten erzählt. Das sind keine Werbeslogans, die wir für den Film "Hard Goodbyes: My Father" der griechischen Regisseurin Penny Panayotopoulou erfunden haben, sondern Zitate aus Screen International, der Londoner Times und der Movie Times. Wir freuen uns deshalb sehr, das auf vielen Festivals prämierte und mit zwei griechischen Filmpreisen ausgezeichnete Langfilmdebut in der deutsch untertitelten Originalfassung präsentieren zu können.
Widmung der Regisseurin
Für meine Eltern, die mir alles beibrachten -
bis auf eines: Wie man Abschied nimmt.
Regie und Drehbuch: Penny Panayotopoulou Dramaturg: Jan Fleischer Kamera: Dimitris Katsaitis Schnitt: Petar Markovic, Angelos Angelopoulos Ausstattung u. Kostüme: Lily Kentaka Musik: Stavros Sofianopoulos Gitarrenthema: Costis G. Papadopoulos Ton: Nikos Papadimitriou Sound Design: Kai Tebbel DarstellerInnen: Giorgos Karayannis (Elias), Ioanna Tsirigouli (Mutter), Stelios Mainas (Christos/Vater), Christos Stergioglou (Onkel Theodosius), Christos Bougiotas (Aris/Bruder) Despo Diamantidou (Großmutter) Produzenten: Thanassis Karathanos, Costas Lambropoulos, Penny Panayotopoulou Produktion: Twenty Twenty Vision, CL Productions, Penny Panayotopoulou, Griechisches Filmzentrum Gefördert von: Filmboard Berlin-Brandenburg, Eurimages Land: Griechenland, Deutschland Jahr: 2002 Format: 35mm, Farbe Bildformat: 1:1,85 Tonformat: Dolby SR Länge: 108 min. Fassung: OmU Altersfreigabe: Empfohlen ab 10 Jahren
Zum Inhalt
Mai 1969 in Athen. Der zehnjährige Elias verliert durch einen Autounfall seinen geliebten Vater. Bisher ist dieser von seinen Geschäftsreisen noch immer nach Hause gekommen und auch dieses Mal hat er es versprochen. Denn es steht die erste Mondlandung der "Apollo XI" an, die Vater und Sohn zusammen anschauen wollten. Und so ignoriert Elias die traurige Nachricht, während seine Umgebung versucht, die Trauer zu überwinden und ins normale Leben zurückzukehren. In der Schule leugnet er den Tod des Vaters; Elias zieht seine Sachen an, schreibt Vaters Briefe an die Großmutter weiter und übernimmt dessen Rolle auch in den gewohnten Jules-Verne-Spielen. Alle Bemühungen seiner Mutter, seines Onkels und des großen Bruders, ihn von der Wahrheit zu überzeugen, scheinen vergeblich. Doch dann naht der Tag der Mondlandung (21. Juli) und Elias findet seinen eigenen Weg, sich von seinem Vater zu verabschieden.
Kritik der Kinderjury
Dieser Film war sehr ergreifend und berührend. Man hat gut etwas von Griechenland und der schönen griechischen Sprache mitbekommen. Auch die griechische Musik (Radio in der Küche) war wunderbar.
Die Figuren waren alle sehr gut ausgedacht. Der Onkel war z.B. eine tolle Figur und eine wichtige Bezugsperson für Elias. Gut gefallen hat uns auch der große Bruder. Die SchauspielerInnen waren extrem gut. Sie haben sehr gut dargestellt, wie unterschiedlich sie den Tod des Vaters verarbeiten.
Eine sehr ergreifende Szene ist die, als die Mutter auf den Kleidern ihres verstorbenen Mannes liegt und trauert. Bei Elias fanden wir es gut, wie er sich immer die Ohren zuhält, zählt und Nasenbluten hat, wenn es Streit zwischen den Eltern gibt. Als er nach dem Tod des Vaters in der Küche alles auf den Boden wirft war das auch sehr gut gespielt.
Besonders schön war in diesem Film die Kamera, z.B. in einer Szene am Anfang des Films, als Elias und sein Vater mit dem Auto im Kreis fahren oder auch die Aufnahmen der Sterne immer wieder. Gut gefallen hat uns die öfter vorkommende Schärfe-Verlagerung von einem Sprechenden zum anderen. Es gibt sehr viele verschiedene interessante Kamera-Einstellungen (z.B. besonders schön einmal die Wendeltreppe von unten, oder der Blick vom Dach ganz nach unten).
Das Licht war sehr schön gesetzt, z.B. als die Oma am Fenster sitzt und nur dieses eine Fenster Licht spendet. Vom Bild her besonders beeindruckend war auch die Zelt-Szene, in der die Mutter Elias zuerst vorliest und ihn dann streichelt (obwohl sie vor und Elias im Zelt sitzt). (Aus dem Text der Kinderjury beim 15. Int. Kinderfilmfestival Wien)
Pressestimmen
Wie können wir Abschied nehmen von Menschen, die wir lieben? In ruhigen, eindringlichen Bildern und mit großer Einfühlungskraft setzt sich die griechische Regisseurin in ihrem wundervollen Spielfilmdebüt mit diesem Thema auseinander. (Hamburg pur)
Ein Geheimtipp ist dagegen die Griechin Penny Panayotopoulou. Ihr ebenso liebevoll wie professionell gemachter Debütfilm "Hard Goodbyes: My Father" hat mich tief bewegt. (Josef Wutz, Hamburg pur)
An involving family drama. (Derek Elley, Variety)
Your heart will be in your throat with this one. Little Giorgos Karayanis gives such an impressive performance youll want to adopt him! (
) This is one of the warmest films Ive seen in years. Panayotopoulou orchestrated a masterpiece of family here. (Pat ONeill, Blunt Review)
Penny Panayotopoulous first feature film effort is the most accomplished Greek film offering this year. (Dan Fainaru, ScreenDaily.com)
Beautifully and subtly acted -and a lovely human film. (Peter Bradshaw, Guardian Unlimited (UK))
A mood of gentle, poetic transcendence. (Wally Hammond, Time Out London)
A film of astonishing power. (Times London 17.04.03)
This is a luminous, funny and deeply moving movie. (Eleanor R. Gillespie, The Atlanta Journal-Constitution)
The emotions that the film conveys are universal ones. Weve all been Elias at one time or another. (Mark Burger, Winston-Salem Journal)
This film reaches out to a global audience. (Angelike Contis, Athens News, Greece)
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