Archiv – Sommerworkshop: 18.-19. August Berlin

KEINE ANMELDUNG MEHR MÖGLICH!

ARCHIV – SOMMERWORKSHOP IN BERLIN
18. & 19. August 2017 im silent green Kulturquartier

Das Arsenal und der BkF laden ein Wochenende im August ein, das Archiv des Arsenals vor Ort kennenzulernen. Im Rahmen eines Workshops wird das Archiv für die Kinos zugänglich gemacht, für die eigene Recherche an den Schneidetischen sowie ein kollegiales Brainstorming für neue Programmideen. Die Veranstaltung soll der Auftakt zu einem größeren Projekt sein, bei dem die Kinos dann noch tiefer in das Archiv des Arsenals eintauchen können. Hier die Einladung des Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V.:


Liebe KoKis,

wie einige von Euch sicher wissen, haben wir vor knapp einem Jahr unsere neuen Archivräume im silent green Kulturquartier im Wedding eröffnet. Am neuen Ort ist das Archiv sehr viel zugänglicher, es befindet sich inmitten eines lebendigen kulturellen Umfelds und in unseren Sichtungsräumen kann jeder, der es möchte, unsere Filme an Schneidetischen sichten. In den letzten Jahren habe wir im Rahmen verschiedener Projekte damit begonnen, einige Filme aus dem Archiv zu digitalisieren, zu restaurieren oder neu zu beschaffen. In all diesen Projekten ging es uns um Partizipation: Diejenigen, die unser Archiv nutzen, tragen aktiv dazu bei, wie wir es in die Zukunft überführen. Ein zweiter wichtiger Punkt ist stets die Frage, wie man diese Filme heute wieder zum Leben erwecken kann – wir nennen es nicht ohne Grund „Living Archive“.

Sehr viele dieser Kopien sind einmal oder mehrfach durch Eure Projektoren gelaufen. Ein großer Teil unserer Sammlung ist auch Eure Geschichte, bzw. umgekehrt haben die Kommunalen Kinos einen erheblichen Teil dazu beigetragen, dass diese Sammlung überhaupt existiert. Deshalb würden wir Euch gern in die schrittweise Aufarbeitung des Archivs einbeziehen.

Die Idee ist, im Rahmen eines Workshops im silent green ein Konzept dafür zu entwickeln. Zunächst geben wir Euch eine Einführung in die Geschichte und Gegenwart des Archivs. Wir sammeln Filmtitel und Themen und entwickeln 3-4 Programmideen, so dass am Ende möglichst für jede/n etwas dabei ist (einige wollen gern noch analog spielen, andere können es gar nicht mehr, es können kurze Experimentalfilmprogramme oder größere Filmreihen sein, mit oder ohne Wortveranstaltungen, Publikationen, Ausstellung, oder was auch immer…). Bei Bedarf kann an den Schneidetischen gesichtet werden. Wir versuchen die Filme dann zu digitalisieren, restaurieren, wiederzubeschaffen oder einfach nur die Rechte zu erneuern (je nach Handlungsbedarf), so dass die Projekte zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden können. Der Weg dorthin könnte möglicherweise auch schon Abbildung in Euren Programmen finden.

Um das Ganze zu finanzieren wird der Bundesverband (mit Unterstützung vom Arsenal) aufbauend auf den Ergebnissen aus dem Workshop einen Antrag bei der Kulturstiftung des Bundes stellen. Unsere großen Archivprojekte wurden dort bereits gefördert und wir können uns vorstellen, dass die Chancen einer Bewilligung für ein solches bundesweit stattfindendes Projekt nicht schlecht sind.

Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele von Euch im August Zeit hätten und mitmachen würden.

Unabhängig davon freuen wir uns immer und jederzeit über Wünsche und Anregungen bezüglich einzelner Filmtitel, die Ihr gern mal wieder zeigen würdet, wenn es noch eine spielbare Kopie oder eine gute Digitalisierung gäbe. Wir würden das prüfen und ggf. in unsere Planungen mit einbeziehen.

Bis bald,
Euer Arsenal


Termin für den zweitägigen Workshop ist der 18. und 19. August.
Die Seminarräume wie Sichtungsräume sind reserviert. Reise sowie Unterkunft müssen selbstständig von den Kinos organisiert werden.
Tagsüber kann man im silent green Restaurant sowie auch in der Umgebung preisgünstig essen.

Anmeldung für den Workshop bitte bis zum 30. Juni 2017 in der Geschäftsstelle des Bundesverbands.

Der 32. Caligari-Filmpreis geht an

EL MAR LA MAR

von Joshua Bonnetta und J.P.Sniadecki
Vereinigte Staaten von Amerika, 2017, 94 Minuten

Jurybegründung:
Der Weg führt durch die Wüste, ein Wasteland. Wie Strandgut liegen da ein Rucksack, Geldscheine, ein Ausweis, ein Name: Der einzige Name in EL MAR LA MAR. Die Stimmen, die wir hören, sind körperlos. Sie erzählen von der Sonne, der Hitze, der Schönheit, von Naturgewalten. Sie erzählen von Tod, Entbehrungen, Leid und Überleben. Uferlos dehnt sich die Sonora-Wüste zwischen den USA und Mexiko. Licht und Schatten, Raum und Zeit, die Spuren im Sand und Objets trouvés hebeln unser Raum- und Zeitgefühl aus, machen den Film zu einer physischen Erfahrung. Migration, Flucht, Politik: die beiden Regisseure bringen in audiovisuell experimenteller Form existenzielle Fragen auf den Punkt. Der Weg führt durch die Wüste.

Die Jurymitglieder:
Sarah Adam (B-Movie e.V, Hamburg-St.Pauli)
Fiona Berg (Kommunales Kino Weiterstadt)
Julia Teichmann (FILMDIENST)

Der Caligari-Filmpreis wird 2017 zum 32. Mal gemeinsam vom Bundesverband kommunale Filmarbeit e.V. und dem Kinomagazin FILMDIENST vergeben. Der Preis geht jedes Jahr an einen stilistisch wie thematisch innovativen Film aus dem Programm des Berlinale Forums. Damit soll auch die besondere Bedeutung dieser Sektion der Internationalen Filmfestspiele Berlin für die kulturelle Kinoarbeit gewürdigt werden.
Die von den Kommunalen Kinos und dem FILMDIENST gestiftete Auszeichnung ist mit 4.000 Euro dotiert. Die Preisträgerin / der Preisträger erhält 2.000 Euro, die andere Hälfte des Betrages wird für Werbemaßnahmen verwendet, um Kinoaufführungen in Deutschland zu begleiten. Seit 2011 beteiligt sich die Firma Trikoton zudem mit einem ungewöhnlichen Preis. Das innovative Modelabel aus Berlin stiftet eine Decke aus ihrer „Voice Knitting Collection“, in die Partitur-Auszüge der Komposition Guiseppe Becces zu dem expressionistischen Stummfilm Das Cabinet des Dr. Caligari eingestrickt sind.