Über uns

„Die Kommunalen Kinos sind ohne Zweifel die Vorkämpfer eines aktiven Engagements für Filmkultur in Deutschland. In dieser Bewegung liegt auch weiterhin die Zukunft des Kinos in unserem Land.“
Ulrich Gregor, ehem. Leiter des Internationalen Forum des Jungen Films

Kinos mit Auftrag

Ca. 140 kommunale, studentische und nicht-gewerbliche Kinos sowie filmkulturelle Initiativen und Einrichtungen sind im Bundesverband kommunale Filmarbeit e.V. zusammengeschlossen. Sie bilden ein Netzwerk der Filmkultur, das die Genres Spiel-, Kurz-, Experimental- und Dokumentarfilm gleichermaßen pflegt. Programmreihen mit historischen Filmen, zu Länderschwerpunkten, zu Regisseuren und Schauspielern zeigen Verbindungen und Entwicklungen auf – über den einzelnen Film hinaus. Die Programmarbeit liegt in den Händen erfahrener, filmbegeisterter Kinomacher. Professionalität und Leidenschaft sind hier kein Widerspruch.
Einige Kommunale Kinos etablierten Filmfestivals von Rang wie das Internationale Forum des Jungen Films in Berlin. Hinter manchem Kino steht ein Filmarchiv wie in Hamburg oder Duisburg, andere sind wie in Frankfurt oder München in ein Filmmuseum integriert. Als Forum für den Nachwuchs eröffnen sie jungen Regisseuren den Weg zum Publikum. Und oft auch den Weg zum Erfolg.
In den Kommunalen Kinos geht es nicht nur um die Frage: Was gibt’s Neues? Es heißt auch: wiedersehen, neu sehen und entdecken. Auch unabhängige und experimentelle Produktionen finden hier ihr Publikum.

Kinos mit Geschichte…

Kommunale Filmarbeit – was heißt das eigentlich? Die Idee ist einfach: Ebenso wie Literatur, Bildende Kunst und Theater sollen Filme jenseits kommerzieller Zwänge allen zugänglich sein. Wie Büchereien, Opernhäuser und Museen haben Kinos ihren festen Platz im öffentlichen Leben – auch mit öffentlicher Förderung. Denn der Film, Kunst und kulturelles Gedächtnis des 20. Jahrhunderts, ist mehr als ein kommerzielles Massenvergnügen.
In Duisburg und Frankfurt am Main entstanden in den 70er Jahren die ersten Kommunalen Kinos, zahlreiche in anderen Städten folgten. Als ihr Dachverband gründete sich damals die so genannte Arbeitsgruppe für kommunale Filmarbeit. “Andere Filme anders zeigen” – dieses Motto formuliert immer noch den Anspruch, der filmischen Monokultur die Vielfalt des Kinos entgegenzusetzen.

…und Zukunft

Die Kinos im Bundesverband kommunale Filmarbeit orientieren sich in erster Linie an der Qualität ihrer Programme. Ihr Angebot geht über das “Abspulen” von Filmen hinaus. Es geht darum, dem komplexen Medium Film gerecht zu werden: in Gesprächen mit Regisseuren und Schauspielern, durch musikalische Livebegleitung von Stummfilmen, mit Workshops und Symposien. Aber auch mit der angemessenen Vorführtechnik, guten Kopien, untertitelten Originalfassungen. Die Kommunalen Kinos übernehmen hier die Aufgabe medialer Bildung, denn Film kommt als Fach in den Schulen nicht vor.
“Wenn man ein Kino will, das den Blick in die Welt und in die Geschichte offen hält, braucht man mehr denn je die Kommunalen Kinos.” (Wim Wenders)
Der europäische Film ist mit einem hohen Programmanteil in den Kommunalen Kinos vertreten. Auch der oft vermißte junge deutsche Film und die Filme des Südens aus Afrika, Asien und Lateinamerika haben hier ihren Platz.
Die Zeiten haben sich geändert – die Notwendigkeit kommunaler Filmarbeit und der Anspruch an die Kulturpolitik sind geblieben.

Der Bundesverband…

…setzt Maßstäbe

Mit zwei Filmpreisen ist der Bundesverband kommunale Filmarbeit in der deutschen Filmlandschaft präsent.
Der Caligari-Filmpreis zeichnet einen stilistisch und thematisch innovativen Beitrag aus dem Internationalen Forum des Jungen Films der Berlinale aus. Die von der Zeitschrift Film-Dienst und den Mitgliedskinos gestiftete Auszeichnung beträgt 4000 €. Der Preisträger/die Preisträgerin erhält die Hälfte, ebenfalls 2.000 Euro werden für eine Filmtournee, bzw. als Unterstützung des deutschen Verleihs vergeben. Seit 2011 erhält der Preisträger/die Preisträgerin darüberhinaus eine von der Firma Trikoton gespendete eine Decke, aus der Voice Knitting Collection, in die Auszüge aus der Partitur der Originalfilmmusik Guiseppe Becces zu dem Stummfilm „Das Cabinet des Dr. Caligari“ eingestrickt sind. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Claude Lanzmann, Néjia Ben Mabrouk, Béla Tarr, Fernando Pérez, Alan Berliner und Marie Loisier.

…kämpft für das filmische Erbe

Nur, wenn es gelingt, die Kräfte der gesamten Filmbranche im Verbund  mit der Politik zu bündeln, können die dramatischen Verluste in den Filmarchiven aufgrund mangelnder Finanzen aufgehalten werden. Filmgeschichte, das sind die Filme, die zirkulieren, die Filme, die gesehen und diskutiert werden. Schon jetzt ist ein Teil der Filmgeschichte für immer verloren gegangen. Allein die Digitalisierung von bedeutsamen Filmwerken aller Genres im kinotauglichen Format könnte diesem Trend entgegenwirken. Der BkF setzt sich hierfür mit großer Vehemenz auf allen kultur-und filmpolitischen Ebenen ein.

…veranstaltet jährlich einen Bundeskongress

Jeweils in einem anderen Kino, zu den Grundlagen kommunaler Filmarbeit, zu Filmgeschichte und Kinotechnik, zu neuen Entwicklungen und Tendenzen, zu Filmsprache und Genres. Weitere Tagungen Kommunaler Kinos sind das Mannheimer und das Bremer Symposium.

…macht Angebote

Information und Kommunikation bieten die Zeitschrift kinema kommunal, die viermal jährlich erscheint, der regelmäßige Programmaustausch, Publikationen zu Tagungen, Seminaren und Filmen.
Eine Art Lexikon der kommunalen Filmarbeit ist das Handbuch kulturelle Kinoarbeit. Es bündelt Sachkenntnis und Erfahrungen zu allen wichtigen Themen wie Programmkonzeption, Rechtsfragen, Öffentlichkeitsarbeit, Finanzierung, Kinotechnik, Verleiher und Archive. Unter der Internetadresse www.kommunale-kinos.de können Kinos und Bundesverband ihre Kommunikation nach innen und außen schneller und aktueller gestalten. Das Netzwerk der Filmkultur wird dichter.

…bietet Service

Der Bundesverband leistet Unterstützung bei der Programmarbeit, organisiert Filmtourneen und vermittelt internationale Filmreihen und Programme.
Er berät bei rechtlichen Problemen und in allen Fragen kommunaler Filmarbeit.
Er vermittelt seinen Mitgliedern Festivalakkreditierungen für Berlin, Locarno, Solothurn, Cannes, Venedig etc.

…sichert Ressourcen

Der Bundesverband kommunale Filmarbeit engagiert sich bei Verleihern, Archiven und Inhabern von Filmrechten dafür, Filme für die Kommunalen Kinos verfügbar zu machen. Darüberhinaus sammelt er in einem hierfür eingerichteten Filmfonds Gelder für den Ankauf, die Herstellung oder Rekonstruktion von Kopien sowie den Erwerb von Lizenzrechten. Viele wichtige Filme finden nur durch diese Initiativen ihren Weg in die Programme und zum Publikum der Kommunalen Kinos. Ein eigener Verleih hält Kostbarkeiten wie das Filmprogramm “Vom Grand Café zu Griffith” über die Anfänge des Kinos bereit.

Mitglied werden

Alle kommunalen, studentischen oder nichtgewerblichen Kinos, die kulturelle Filmarbeit leisten, können im BkF Mitglied werden. Wenden Sie sich hierfür bitte an die Geschäftsstelle. Diese wird Ihnen die benötigten Formulare für eine Aufnahme zukommen lassen.

Die Adresse:

Bundesverband kommunale Filmarbeit (BkF)
Fahrgasse 89
60311 Frankfurt am Main
Tel. 069/622 897; Fax: 603 21 85
E-mail: info@kommunale-kinos.de

Satzung des Bundesverbandes kommunale Filmarbeit (BkF)

Zum Download der Satzung.